Erinnerungen an Afghanistan

Januar 22, 2009

Geschrieben während eines Fluges von Kabul nach Herat im September 2008, in Erinnerung an die unschuldigen Opfer eines verbrecherischen, unsinnigen, dummen und sein angebliches Ziel verfehlenden Krieges.
(Veröffentlicht am heutigen Tag, und den unschuldigen Opfern des Krieges gegen Gaza gewidmet)

Weine nicht Afghanistan!

Afghanistan, was ist mit dir geschehen, gekommen bin ich, um deine Blüte aus der Nähe zu sehen.
Doch wohin ich blicke erschließt sich mir nur Leid, Elend, Entbehrung und Not, aus den von Blut durchtränkten Boeden von Helmand, Ningarhar, Nuristan und Herat steigt er wieder auf, dieser entsetzliche Geruch von Verwüstung, Verwesung und Tod.
Einst blühten hier die Tulpen zu Frühlingsbeginn, doch seit dem Einmarsch der Fremden blühen die sündigen Blumen, die dem Leben rauben den Duft, die Schönheit und sogar den Sinn.
Auf den Gräbern von Märtyrern stehen Paläste aus Marmor und Gold wie zum Hohn, doch weiß ich, dass sie gebaut sind auf Pfählen aus brüchigen Ton,und dafür niemand opferte Vater, Tochter, Mutter und Sohn.
Ihr Fremden, die ihr glaubt,
das eine Allianz mit einem falschen, verlogenen Baron,
wird euch bescheren in Afghanistan einen sicheren Thron,
Seht ihr nicht, dass euer blindes Streben nach noch mehr Macht,mein Leid geprüftes Volk hat um sein Recht auf Lebensglück gebracht!

Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!
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A daydream I shared today with President Barack Husein Obama

Januar 20, 2009

Dear Mr. President,
Dear Mr. Obama,

When I woke up this morning, on this significant day of the 20th of January 2009, I performed my morning prayers, as I regularly do.
Then I switched on my television set and zapped from one news channel to the other. The ceremonial preparation for your inauguration as the 44th president of the United States was the central news-item everywhere.
As I was watching my thoughts started to wander and I started to daydream, and I take the liberty to share my dream with you.
I saw you standing before the millions of Americans, people of all colors and religious denominations, people of different backgrounds and with different aspirations, all of whom gathered on Capitol Hill to witness a new beginning in their country’s history.
At 12 o’clock local time in Washington you turned to the Chief Justice of the United States and you spoke the words that have been spoken by those who preceded you, since the founding of your country:
„I do solemnly swear (or affirm) that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my Ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States.“
And following the example of Abraham Lincoln, you added in the end, „So help me God“.
Before you turned to the cheering audience, you took a long and deep breath of the cold, dry air. You looked upward towards the blue and sunny sky as if you were expressing your deep gratitude to your creator, for a brief moment you closed your eyes.
As you were settling in to deliver your first speech as the president of your country, you tried to calm down the enthusiastic crowd. Smilingly you acknowledged the show of hopeful support to your presidency and finally calm prevailed.
And then you did the most remarkable and unexpected thing, you put away the few handwritten pages of crispy, white paper, which were supposed to provide you some assistance through your speech.
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Offener Brief an „Aktion Deutschland Hilft“

Januar 15, 2009

Offener Brief
An

Aktion Deutschland Hilft e.V.
Kaiser-Friedrich-Straße 13
53113 Bonn

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Aktion Deutschland Hilft e.V. (ADH) wurde im Jahr 2001 von zehn renommierten deutschen Hilfsorganisationen gegründet, um im Falle großer Katastrophen schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Ziel von ADH ist, ohne unnötige Zeitverzögerung den Not Leidenden zu helfen.
Zweck des Vereins ist die Information der Öffentlichkeit und einzelner Personen über die allgemeine Lebenssituation und die Lebensumstände von Verletzten, Kranken, Behinderten , Sterbenden und in sonstiger Weise von Not und Katastrophenfällen betroffenen Personen sowie über die vom Verein und dessen Mitgliedsorganisationen zur Bewältigung oder Verbesserung dieser Situation und Lebensumstände vorgesehenen und geleisteten Hilfsmaßnahmen, sowie die Beschaffung von Mitteln für Hilfsaktionen anderer gemeinnütziger Körperschaften, um Menschen, die in der Regel außerhalb Deutschlands von Katastrophen oder humanitären Notsituationen betroffen sind, beizustehen. Der Verein handelt im Geiste von Solidarität, Toleranz und Partnerschaft.
Sicherlich kommt Ihnen die Einleitung dieses Briefes bekannt vor, denn sie beruht auf Ihrer im Internet veröffentlichten Selbstdarstellung und Satzung.
In diesen Tagen frage ich mich jedoch, warum aus der „Aktion Deutschland Hilft“, eine „Aktion Deutschland Schweigt“ geworden ist!
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Offener Brief an Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel

Januar 6, 2009

An
Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

lassen Sie mich vorweg sagen, dass ich Ihnen diesen Brief aus grosser Sympathie für Deutschland schreibe, ein Land in dem ich seit 53 Jahren mit meiner Familie lebe.
Am 18.03.2008 haben Sie in einer Rede vor dem israelischen Parlament, der Knesset, im Namen der deutschen Bundesregierung erklärt, dass die Sicherheit Israels Teil der Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland sei.
Der israelische Soziologe Professor Moshe Zuckermann hat die in Ihrer Rede zum Ausdruck gebrachte Haltung der Bundesregierung zum Staat Israel als eine “befindlichkeitsgeschwängerte Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus über ein fetischisiertes »Israel«-Bild“ beschrieben.
Diese deutliche Kritik an der Bundesregierung wurde meines Erachtens durchaus berechtigt geübt, wie sich in diesen Tagen an der Haltung der deutschen Bundesregierung zum Angriff Israels auf Gaza ablesen lässt.
Die Angriffe Israels auf Gaza zum Anlass nehmend, hat die Bundesregierung die Öffentlichkeit am 29.12.2008 wissen lassen, dass die Verantwortung für die Entwicklung in der Region „eindeutig und ausschließlich“ bei der Hamas liege, darin sei sie sich mit dem Ministerpräsidenten Israels einig.
Offensichtlich hat die deutsche Bundesregierung diese uneingeschränkte und bedingungslose Solidarität mit Israel formuliert, um auf diese Weise der oben erwähnten Staatsräson für die Bundesrepublik eine Konsequenz in der politischen Praxis zu verleihen.
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Für ein Mehr an Sicherheit in diesem Land

September 16, 2007

Für ein Mehr an Sicherheit in diesem Land
oder
Eia, popeia, eine Datei macht uns sicherer und freier!

Vorschläge eines deutschen Muslims*!

Mittlerweile lässt sich mit der Formel „Der demokratische Rechtsstaat muss vor Terroristen geschützt werden“ jeder diesem Zweck dienlich erscheinende Vorschlag der politischen Lichtgestalten unseres Landes als gut gemeint, zweckmäßig und objektiv brauchbar in die gesellschaftliche Diskussion einbringen.
Jetzt hat sich Herr Wolfgang Bosbach, seines Zeichens Fraktionsvize der CDU im deutschen Bundestag, mit der Aussage hervorgetan, Konvertiten in eine Datei aufzunehmen. Hier handelt es sich nicht um den Konvertiten schlechthin, sondern um eine spezielle Gruppe von Konvertiten, den Muslim, also den deutschen Muslim, noch genauer den Homo Germanicus, der früher einmal Christ, Jude, Buddhist, Hindu, Scientologe, Atheist oder Schnäppchenjäger in einem Kaufhaus war.
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Offener Brief an Ralph Giordano

September 9, 2007

„Dummheit ist auch
eine bestimmte Art,
den Verstand zu gebrauchen.“
(Verfasser unbekannt)

Ein Weiser soll die Dummheit
eines gemeinen Menschen nicht
mit Nachsicht hingehen lassen, denn
es bringt auf beiden Seiten Schaden;
das Ansehn jenes wird verringert,
und die Torheit dieses wird verstärkt.
Saadi, Der Rosengarten

Sehr geehrter Ralph Giordano,

in einem in der Zeitschrift „Das Parlament“ veröffentlichten Essay mit dem Titel „Die Internationale der Einäugigen“ schreiben Sie, dass Sie sich in den 50iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der Kommunistischen Partei Deutschlands verabschiedet haben, um “auf beiden Augen sehen zu können“. Sie wollten weder auf dem rechten Auge noch auf dem linken Auge erblinden.

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Offener Brief an Günter Wallraff

August 24, 2007

Sehr geehrter Herr Wallraff,

in den vergangenen Tagen werden Sie in verschiedenen Medien mit Ihrem Vorschlag einer Lesung des Buches „Die Satanischen Verse“ von Herrn/Sir Salman Rushdie in der noch zu bauenden(!) Moschee des Kölner Stadtteils Ehrenfels zitiert. Zuletzt warben Sie am 09. Juli dieses Jahres im Deutschlandfunk im Rahmen einer Diskussionssendung für Ihren freigeistigen Geniestreich.

Offensichtlich möchten Sie Muslime einem weiteren (un-)sinnigen Toleranztest unterziehen, ganz im Duktus der Gesinnungsprüfungen, die in einigen Bundesländern herangezogen werden, um die Leitkulturelle Treue von Muslimen festzustellen.
Sicherlich kann Ihnen eine derartige Überprüfung gelebter religiöser Toleranz von Muslimen zugestanden werden, allerdings ist es mir als ein in Deutschland geborener und lebender Muslim gleichermaßen erlaubt Ihre Forderung in dieser selektiven Form als eine Form billiger anti-muslimischer Polemik entschieden zurückzuweisen.

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