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	<description>Konfuzius statt Konfusion</description>
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		<title>Belal sagt</title>
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		<title>Erinnerungen an Afghanistan</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 17:35:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschrieben während eines Fluges von Kabul nach Herat im September 2008, in Erinnerung an die unschuldigen Opfer eines verbrecherischen, unsinnigen, dummen und sein angebliches Ziel verfehlenden Krieges. (Veröffentlicht am heutigen Tag, und den unschuldigen Opfern des Krieges gegen Gaza gewidmet) Weine nicht Afghanistan! Afghanistan, was ist mit dir geschehen, gekommen bin ich, um deine Blüte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=45&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Geschrieben während  eines Fluges von Kabul nach Herat im September 2008, in Erinnerung an die unschuldigen Opfer eines verbrecherischen, unsinnigen, dummen und sein angebliches Ziel verfehlenden Krieges.</strong><br />
(Veröffentlicht am heutigen Tag, und den unschuldigen Opfern des Krieges gegen Gaza gewidmet)</p>
<p>  <strong>Weine nicht Afghanistan!</strong></p>
<p><strong>Afghanistan</strong>, was ist mit dir geschehen, gekommen bin ich, um deine Blüte aus der Nähe zu sehen.<br />
Doch wohin ich blicke erschließt sich mir nur Leid, Elend, Entbehrung und Not, aus den von Blut durchtränkten Boeden von Helmand, Ningarhar, Nuristan und Herat steigt er wieder auf, dieser entsetzliche Geruch von Verwüstung, Verwesung und Tod.<br />
Einst blühten hier die Tulpen zu Frühlingsbeginn, doch seit dem Einmarsch der Fremden blühen die sündigen Blumen,  die dem Leben  rauben den Duft, die Schönheit und sogar den Sinn.<br />
Auf den Gräbern von Märtyrern stehen Paläste aus Marmor und Gold wie zum Hohn, doch weiß ich, dass sie gebaut sind auf Pfählen aus brüchigen Ton,und dafür niemand opferte Vater, Tochter, Mutter und Sohn.<br />
Ihr Fremden, die ihr glaubt,<br />
das eine Allianz mit einem falschen, verlogenen Baron,<br />
wird euch bescheren in Afghanistan einen sicheren Thron,<br />
Seht ihr nicht, dass euer blindes Streben nach noch mehr Macht,mein Leid geprüftes Volk hat um sein Recht auf Lebensglück gebracht!</p>
<p><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!</strong><br />
<span id="more-45"></span><br />
Einen Präsidenten, als unseren Hoffnungsträger haben wir auserwählt, auf dass unsere Heimat  einer friedvollen Zukunft entgegen geht.<br />
Wenn Fremde in unserem Land zu Tode kamen,zu Recht hat er ausgesprochen sein Mitleid in unserem Namen,doch selten er seine Stimme erhebt,wenn durch seiner Freunde Hand die afghanische Erde erbebt, und unsere Toten, sie bleiben ungezählt.</p>
<p>Gewählt wurde er, um uns Frieden und ein Leben in Sicherheit zu bringen,aber wird ihm jetzt das Kunststück gelingen,seine Gegner an der Urne ein zweites Mal zu bezwingen?<br />
Nicht nur meine Stimme für sich, müsste er wohl mit Gewalt erzwingen.</p>
<p><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!</strong></p>
<p>Im Saal des Volkes machen sich die mörderischen Proleten von gestern breit,<br />
Ihre von Blut triefende Hand, jetzt versteckt und verkleidet im neuen Gewand, doch ich sehe ihre Spuren im ganzen Land.<br />
Mit ihren Feinden von gestern sitzen sie nun Seit and Seit,<br />
Kaum einer begehrt auf gegen diese Ungerechtigkeit.<br />
Nun sind sie eins mit dem heiligen Zelot,<br />
der selbst verstoßen hat gegen jedes göttliche Gebot,<br />
der brutal geknickt die am Wasser blühende Rose,<br />
angewidert wende ich mich ab von ihrer erhabenen Pose.<br />
Das feine Tuch der Demokratie sie beide jetzt angezogen,<br />
Doch diese Wendehälse, sie bleiben verlogen.</p>
<p><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!</strong></p>
<p>Ihr Freunde Afghanistans, gekommen seid ihr aus Nah und Fern,<br />
willkommen geheißen haben wir euch gern,<br />
Geöffnet haben wir für euch unsere Tore und Herzen,<br />
weil der Wind des Krieges in unserem Land hat ausgelöscht  zu viele Lebenskerzen.<br />
Doch jetzt tretet ihr ein unsere Türen mit tödlicher Gewalt,<br />
ohne jeglichen Respekt für die Gefühle von Jung oder Alt.<br />
In eure illegalen Verliese verschleppt ihr Menschen ohne Grund,<br />
behandelt dort ein Kind dieses Landes schlimmer als einen räudigen Hund.<br />
In Erinnerung sei euch gerufen, dass all die das Volk der Afghanen haben geschunden,<br />
letztendlich zugrunde gingen an ihren eigenen, tödlichen Wunden.<br />
Als Gäste seid ihr immer willkommen,das Gastrecht sei auch euch weiterhin unbenommen,<br />
doch schaut auf die Spuren eurer Vorgänger in diesem Land,und wisset,<br />
mit der Besetzung von Afghanenland, niemand sein Glück und seinen Frieden hier fand.</p>
<p><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!</strong></p>
<p>Als angebliche Freunde Afghanistans ihr den Weg habt in unser Land gesucht,<br />
doch seit geraumer Zeit, und nicht erst seit Asisabad, von vielen Menschen ihr werdet verflucht.<br />
Schon einmal verlor hier eine verhasste Weltmacht all ihren Prunk und Glanz,<br />
stolperte in ihr Unglück, weil gefangen in selbstherrlicher, selbstgerechter Arroganz.<br />
Asisabad, Asisabad, vollbracht habt ihr hier eine schändliche und grauenvolle Tat,<br />
gekommen seid ihr in dunkelster Nacht,<br />
und aus Angst um euer eigenes Leben die Suche nach Wahrheit habt ihr gelassen außer Acht.<br />
Über Stunden habt ihr bombardiert den kleinen Ort,doch was ihr suchtet befand<br />
und befindet sich nicht dort,<br />
befand und befindet sich nicht dort!</p>
<p><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!</strong></p>
<p>Gefürchtet habt ihr um euer eigenes Leben so sehr,<br />
dass geschützt in euren Panzern und Bombern, ihr nicht gewagt zu überprüfen die Taliban-Mär.<br />
Nicht das erste Mal ihr habt euch verhalten so feige,<br />
unsere Geduld mit euch geht jetzt endgültig zur Neige.<br />
Neunzig Männer, Frauen und Kinder durch eure Feigheit fanden den Tod,<br />
verzweifelte Mütter umklammerten vergeblich zum Schutz ihre Kinder,<br />
in der Stunde ihrer größten Not.<br />
Bestattet haben wir, was eure Bomben übrig ließen,<br />
die Freiheit, die Ihr uns bringen wolltet,<br />
wir haben vor langem aufgehört, sie zu genießen.<br />
Asisabad, Asisabad, ich weiß nicht wann, ich meiner Erinnerung diesen Namen wieder entreißen kann,<br />
das Geschichtsbuch von morgen uns wird zeigen,<br />
ob vielleicht hier begann euer endgültiger, selbstverschuldeter Niedergang. </p>
<p><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!</strong></p>
<p>Eure Toten haltet ihr zu Recht in Ehren,<br />
unseren Toten aber wollt ihr eure Anerkennung verwehren,<br />
doch solltet ihr niemals vergessen, dass auch wir die uns zugefügten blutigen, unschuldigen Verluste,<br />
euch gleich, mit den selben menschlichen Maßstäben messen.<br />
Salz auf unsere tiefen Wunden ihr streut,weil keiner von euch dieses sinnlose Morden bereut.<br />
Den Feind getötet zu haben, das wollt ihr euch und der Welt machen weis,<br />
doch in den frisch aufgeschütteten Gräbern, ruht ein anderer, ein unschuldiger Preis.<br />
Seht Ihr nicht, dass die Verbreitung eurer Unwahrheiten,<br />
noch weiter verstärken unser seelisches Leiden,<br />
Versteht ihr nicht, dass eure Lügenmeister,<br />
mit jeder Lüge wieder zum Leben erwecken,<br />
längst tot geglaubte, vergangene Geister!</p>
<p><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!</strong></p>
<p>Nein, ich nicht aufgeben will und kann,die Hoffnung für mein geliebtes Afghanistan,<br />
doch noch zu schaffen die Wende zum Guten,<br />
damit die Dunkelheit der Ignoranz nicht ein zweites Mal wird dieses Land überfluten.<br />
Deshalb, in Erinnerung sei euch gerufen der warnende Gesang,<br />
des von uns Afghanen so verehrten Ustad Sarahang*. </p>
<p>Euren Vorgängern das Lesen zwischen diesen Zeilen er empfahl, damit das Leben nicht für sie und für uns wird zur Qual:</p>
<p><strong>&#8222;</strong>Das für das Volk gelegte Fundament ist kurz davor hinabzugleiten,<br />
das für das Volk gelegte Fundament ist kurz davor hinabzugleiten.<br />
Es wäre zu viel erwartet, dass uns dieses Fundament wird auf eine gerade Bahn in die Zukunft geleiten.<br />
Mein lieber Freund, ich habe mit dir noch etwas zu klären, das Gespräch sollst du mir nicht verwehren, nimm dir doch Zeit und setz dich mit mir nieder, voller Schmerz sind mein Herz und meine Glieder, denn die Hoffnung, die ich einst in dich gesetzt,hast du geschlagen nieder.<strong>&#8222;</strong></p>
<p>Respekt sei dir gezollt Bedil *, Verfasser von diesem Gedicht,für dein kluges Wort,<br />
deine Wahrheitsliebe und deine menschliche Sicht,<br />
und gepriesen seiest du oh Herr, dass du hast erfüllt das Herz von Sarahang* mit großer Weisheit<br />
und klarem Licht,<br />
um zu erkennen bei Bedil* diese Verse in ihrem bedeutungsvollen Gewicht. </p>
<p><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!</strong></p>
<p>Oh Herr, gewähre mir in diesem Leben eine weitere Reise nach Afghanistan, Gewähre mir in diesem Leben eine weitere Reise nach Afghanistan, auf dass ich endlich Schönes aus diesem Land berichten kann.</p>
<p>Oh Herr, schenke mir die Ausdauer und Kraft bald zu schreiben ein anderes Gedicht, ein Gedicht voller Lebensfreude und Zuversicht,aber keines wie dieses, das voller Trauer und unterdrückter Tränen ist!</p>
<p>Oh Herr, bewahre die Verzweifelten dieses Landes vor der Hingabe zum Bösen,<br />
denn diese wird unsere Probleme wahrhaftig  nicht lösen,<br />
schafft sie letztendlich doch nur weiteres Leid,<br />
und noch größere Hoffnungslosigkeit!</p>
<p>Oh Herr, lass endlich verstummen in diesem Land die von Trauer erfüllten Klagelieder,<br />
die ich habe gehört auf dieser Reise, wieder und wieder!</p>
<p>Oh Herr, halte die des Lebens müden, auch verzweifelten,<br />
jungen Männer dieses wundervollen Landes davon ab,<br />
sich zu sprengen in religiöser Verblendung,<br />
in ein sinnloses und zur Hölle weisendes Grab!</p>
<p>Oh Herr, lass die wahren Freunde Afghanistans über die Schwellen des Hindukusch zu uns gleiten,<br />
auf das wir mit ihnen, auf Augenhöhe unsere gemeinsame Zukunft bestreiten!</p>
<p>Oh Herr, meine Tage und Nächte sind erfüllt mit Tränen,<br />
die Freude am Leben so fern von mir zu wähnen. </p>
<p>Oh Herr, die Freude am Leben soll wieder zurückkehren zu mir,<br />
und auch kräftig pochen an jedes afghanische Tor und jede Tür!</p>
<p>Oh Herr, Die Freude am Leben soll wieder zurückkehren zu mir,<br />
so wie auch ich zu ihr, so wie auch ich zu ihr!</p>
<p><strong><strong>Weine nicht Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht trocknen kann!<br />
Bitte, weine nicht mehr Afghanistan, weil ich deine Tränen nicht mehr </strong>ertragen kann!</strong></p>
<p><strong>Anmerkungen:</strong></p>
<p>*Abdul Qader „Bedil“, großer afghanischer Dichter des 17. Jahrhundert<br />
*Sarahang, verstorbener afghanischer Meistersänger klassischer afghanischer Musik und großer Verehrer von Bedil</p>
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	</item>
		<item>
		<title>A daydream I shared today with President Barack Husein Obama</title>
		<link>http://mokka.wordpress.com/2009/01/20/a-daydream-i-shared-today-with-president-barack-husein-obama/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 18:55:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Dear Mr. President, Dear Mr. Obama, When I woke up this morning, on this significant day of the 20th of January 2009, I performed my morning prayers, as I regularly do. Then I switched on my television set and zapped from one news channel to the other. The ceremonial preparation for your inauguration as the [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=31&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dear Mr. President,<br />
Dear Mr. Obama,</p>
<p>When I woke up this morning, on this significant day of the 20th of January 2009, I performed my morning prayers, as I regularly do.<br />
Then I switched on my television set and zapped from one news channel to the other. The ceremonial preparation for your inauguration as the 44th president of the United States was the central news-item everywhere.<br />
As I was watching my thoughts started to wander and I started to daydream, and I take the liberty to share my dream with you.<br />
I saw you standing before the millions of Americans, people of all colors and religious denominations, people of different backgrounds and with different aspirations, all of whom gathered on Capitol Hill to witness a new beginning in their country&#8217;s history.<br />
At 12 o&#8217;clock local time in Washington you turned to the Chief Justice of the United States and you spoke the words that have been spoken by those who preceded you, since the founding of your country:<br />
&#8222;I do solemnly swear (or affirm) that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my Ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States.&#8220;<br />
And following the example of Abraham Lincoln, you added in the end, &#8222;So help me God&#8220;.<br />
Before you turned to the cheering audience, you took a long and deep breath of the cold, dry air. You looked upward towards the blue and sunny sky as if you were expressing your deep gratitude to your creator, for a brief moment you closed your eyes.<br />
As you were settling in to deliver your first speech as the president of your country, you tried to calm down the enthusiastic crowd. Smilingly you acknowledged the show of hopeful support to your presidency and finally calm prevailed.<br />
And then you did the most remarkable and unexpected thing, you put away the few handwritten pages of crispy, white paper, which were supposed to provide you some assistance through your speech.<br />
<span id="more-31"></span></p>
<p>You commenced your speech with the following words:<br />
&#8222;My fellow Americans, today I came here with a speech I had been working on during the past many weeks.<br />
I was to tell you that the challenges ahead of us are huge.<br />
But I do know we can meet these challenges head-on. Yes, we can!<br />
I was to tell you that our economy is in recession, and we have to overcome this decline.<br />
But I know we can overcome this decline. Yes, we can!<br />
I was to tell you that the state budget of our country is overstretched beyond anybody&#8217;s imagination.<br />
But I know we can overcome this state of affairs. Yes, we can!<br />
I was to talk to you about the Americans who lost their homes, the Americans who lost their jobs, the Americans who think they have no future.<br />
But I am convinced that we can put their lives back on track again. Yes, we can!<br />
I was to talk to you about hope and confidence in the future, about the belief in the American Dream.<br />
But I know that the American Dream will not die, it is always there and we will create conditions that everyone can share this dream. Yes, we can!<br />
I shall talk to you and I shall talk with you about these matters, but I will not speak about them today.<br />
I do not want to speak to you about the challenges ahead of us, which we will meet and which we shall overcome. We Americans have the energy and the willingness to solve our tribulations. Yes, we can make America a better place again.<br />
But, today I want to draw your attention to the first part of the preamble of our constitution, which reads as follows:</p>
<p> &#8222;We the People of the United States, in Order to form a more perfect Union, establish Justice!&#8220;</p>
<p>My fellow Americans, while we aim to understand the true meaning of this sentence we have to submit respectfully to the wisdom of our founding fathers, who saw Justice as being the fundamental requisite for a perfect society.<br />
It is not our military might, the vigor of our economy,<br />
Justice is the soul of our country! Our struggle for Justice within and without our borders!</p>
<p>During the course of our history, but particularly during the past eight years we Americans have failed to adhere to this fundamental principle of justice, we lost our soul.<br />
The question I ask you and I do ask myself at this very moment is, whether we can return to the fundamental principle of our being?<br />
Can we confess that the so-called war against terrorism created more injustice than justice?<br />
Can we admit that in the course of defense of our American interests, we betrayed our ideals?<br />
Can we declare that since 2001 we have been shackled by our fears and that the time has come to rid ourselves of the politics of fear?<br />
Can we accept that the question we must ask our friends and enemies alike is not, whether they are with us or against us, but whether they adhere to justice or not?<br />
Can we recognize the fact, that we are wrong when we speak of collateral damage, whenever innocent blood is spilled by Americans?<br />
Can we stop looking at the innocent dead of the others as people without an identity, a face and without a name?<br />
Can we stop distinguishing, between the Non-American and American lives; do not both carry the same value?<br />
Can we judge the actions of our allies by the cruel results they create?<br />
Can we look into the eyes of the parents, who lost their children, the husband who lost their wives, the children who lost their parents, the brothers who lost their sisters and the sisters who lost their brother and ask them for forgiveness, because we supplied the weapons that were used for their destruction?<br />
Can we muster the moral strength to criticize our friends and allies whenever they trample on somebody else&#8217;s human rights, somebody else&#8217;s dignity?<br />
These are the questions we should ask ourselves; these are the questions we should ask ourselves, when we ponder about our future as a nation of values and moral strengths!<br />
If America is to become again a lead nation in the world-wide protection of human rights and human dignity, we must stand firm on the principle of justice.<br />
We have to be true to our pledge of allegiance as one Nation under God, indivisible, with liberty and justice for all.<br />
My fellow Americans, it reads justice for<strong> ALL</strong>, it is time we recognize this valuable asset of our being.<br />
It is time, we say: &#8222;America can be just!&#8220;<br />
It is time, we say, &#8222;We can be just&#8220;.<br />
We can be just, to the white man and the black man.<br />
We can be just to the poor and the rich.<br />
We can be just to the Jew, the Christian and the Muslim.<br />
We can be just to the American and the Non-American.<br />
We can be just to the Palestinian and the Israeli.<br />
I call out to you, my fellow Americans:<br />
<strong>Yes, we can! Yes, you can! Yes, I can!</strong><br />
God Bless you and God bless America!</p>
<p>Dear Mr. Obama,<br />
This was my daydream; the dream I wanted to share with you.<br />
I wonder what you will share with me today!</p>
<p>Sincerely yours<br />
Mohammed Belal El-Mogaddedi</p>
<p>Germany<br />
20th of January 2009<br />
5.15 pm, local time</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mokka.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mokka.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mokka.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mokka.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mokka.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mokka.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mokka.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mokka.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mokka.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mokka.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mokka.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mokka.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mokka.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mokka.wordpress.com/31/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=31&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Offener Brief an &#8222;Aktion Deutschland Hilft&#8220;</title>
		<link>http://mokka.wordpress.com/2009/01/15/offener-brief-an-aktion-deutschland-hilft-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 00:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>

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		<description><![CDATA[Offener Brief An Aktion Deutschland Hilft e.V. Kaiser-Friedrich-Straße 13 53113 Bonn Sehr geehrte Damen und Herren, die Aktion Deutschland Hilft e.V. (ADH) wurde im Jahr 2001 von zehn renommierten deutschen Hilfsorganisationen gegründet, um im Falle großer Katastrophen schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Ziel von ADH ist, ohne unnötige Zeitverzögerung den Not Leidenden zu helfen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=40&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Offener Brief </strong><br />
An</p>
<p>Aktion Deutschland Hilft e.V.<br />
Kaiser-Friedrich-Straße 13<br />
53113 Bonn</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
die Aktion Deutschland Hilft e.V. (ADH) wurde im Jahr 2001 von zehn renommierten deutschen Hilfsorganisationen gegründet, um im Falle großer Katastrophen schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Ziel von ADH ist, ohne unnötige Zeitverzögerung den Not Leidenden zu helfen.<br />
Zweck des Vereins ist die Information der Öffentlichkeit und einzelner Personen über die allgemeine Lebenssituation und die Lebensumstände von Verletzten, Kranken, Behinderten , Sterbenden und in sonstiger Weise von Not und Katastrophenfällen betroffenen Personen sowie über die vom Verein und dessen Mitgliedsorganisationen zur Bewältigung oder Verbesserung dieser Situation und Lebensumstände vorgesehenen und geleisteten Hilfsmaßnahmen, sowie die Beschaffung von Mitteln für Hilfsaktionen anderer gemeinnütziger Körperschaften, um Menschen, die in der Regel außerhalb Deutschlands von Katastrophen oder humanitären Notsituationen betroffen sind, beizustehen. Der Verein handelt im Geiste von Solidarität, Toleranz und Partnerschaft.<br />
Sicherlich kommt Ihnen die Einleitung dieses Briefes bekannt vor, denn sie beruht auf Ihrer im Internet veröffentlichten Selbstdarstellung und Satzung.<br />
In diesen Tagen frage ich mich jedoch, warum aus der &#8222;Aktion Deutschland Hilft&#8220;, eine &#8222;Aktion Deutschland Schweigt&#8220; geworden ist!<br />
<span id="more-40"></span><br />
Der Krieg, den Israel gegen Gaza führt, hat Sie bis heute nicht dazu veranlasst, einen Hilfsappell an die Öffentlichkeit in Deutschland zu richten, um den Menschen Gazas in ihrer humanitären Notsituation &#8222;beizustehen&#8220;.<br />
Warum schweigen Sie zum Leid der Palästinenser in Gaza? Warum entsprechen Sie nicht Ihrem Satzungsauftrag, die Öffentlichkeit über die jegliche Vorstellungskraft übersteigende Katastrophe, die die Menschen in Gaza erfasst hat, zu informieren?</p>
<p>Verletzte, Kranke, Behinderte, Sterbende, die Ihre Solidarität verdienen, sehe ich jeden Tag, wenn ich meinen Fernseher einschalte, mittlerweile sogar auf westlichen TV-Kanälen.<br />
Von Verletzten, Kranken, Behinderten und Sterbenden in Gaza erfahre ich auch aus den Berichten des EU-Entwicklungskommissar Louis Michel, aus den Berichten von Marc Garlasco, Militäranalyst bei &#8222;Human Rights Watch&#8220;, vom Oxford Professor für internationale Beziehungen Avi Shlaim aus seinem brillianten im britischen &#8222;Guardian&#8220; erschienenen Artikel, von Herrn Clemens Verenkotte aus dem ARD-Hörfunkstudio in Tel Aviv und insbesondere vom Leiter der UNO-Vertretung in Gaza, Herrn John Ging, um Ihnen nur einige, wenige meiner Informationsquellen zu nennen, die jedem, auch Ihnen auf Abruf zur Verfügung stehen.<br />
Sie können sich auch an den norwegischen Arzt Dr. Mads Gilbert wenden, der bis zum Montag dieser Woche für die Hilfsorganisation NORWAC im Al-Schifa Krankenhaus in Gaza-Stadt tätig gewesen ist, um sich über die Situation in Gaza ein wahrheitsgemäßes Bild zu verschaffen.<br />
Ich bin konsterniert über Ihr Schweigen zum Tod von mittlerweile über 1.000 Menschen und weit über 5.000 Verletzten in Gaza -Tendenz rapide steigend!<br />
Als Chirurg habe ich gelernt, dass man Menschen in Notsituationen beistehen muss, ohne Beachtung der Hautfarbe, Ethnizität, oder Religion. Ferner habe ich gelernt, dass Mitmenschlichkeit niemals den Diktaten der Politik unterworfen werden darf. Unabhängige Humanitäre Hilfe ignoriert die von der Politik vorgegebenen Grenzen, sie sucht den Weg in vermeintliche &#8222;No-Go-Areas&#8220;.<br />
Nicht-Regierungsorganisation (NROs) erlangen Legitimtät für ihre Arbeit in Krisengebieten, weil sie sich von politischen Prozessen abnabeln, weil sie sich von der Politik nicht instrumentalisieren oder missbrauchen lassen.<br />
NROs dürfen sich nicht zum Steigbügelhalter einer wie auch immer gearteten Staatsräson machen lassen, wenn das humanitäre Völkerrecht missachtet wird!<br />
Das Schweigen zu den Ereignissen in Gaza bedeutet, dass man letztendlich Partei für eine menschenverachtende, aggressive und kriegstreibende Politik ergreift, eine Politik, die dem Staat Israel weder mittel- noch langfristig nützt, sondern schaden wird.<br />
Lassen Sie es mich einmal klar formulieren: Ich erwarte von Ihnen einen humanitären Einsatz für die Menschen in Gaza, eigentlich eine Selbstverständlichkeit.<br />
Vielleicht sollten Sie die folgenden Zeilen des israelischen Soziologen Professor Zuckermann aufmerksam lesen:<br />
„Wer noch immer nicht den Unterschied zwischen Judentum, Zionismus und Israel, mithin zwischen Antisemitismus, Antizionismus und Israel-Kritik begriffen hat, wird zwangsläufig miteinander vermengen, was auseinander gehalten gehört. Israel führt einen erbitterten Kampf gegen Hamas und Hezbollah; dieser hat seinen historischen Ursprung sowie seine aktuelle Begründung in der nahöstlichen Geopolitik und im israelisch-palästinensischen Konflikt, nicht im Antisemitismus als solchem, schon gar nicht in einem dem abendländischen vergleichbaren Antisemitismus.“<br />
Unrecht bleibt Unrecht, auch wenn dieser Rechtsbruch von Israel ausgeht!<br />
Am 08. Mai 1985 hat Ihr Schirmherr, Herr Dr. Richard von Weizsäcker seine weit beachtete Rede im Plenarsaal des Deutschen Bundestages zum 40. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges mit folgenden, beeindruckenden Worten geschlossen:<br />
&#8222;Ehren wir die Freiheit. Arbeiten wir für den Frieden. Halten wir uns an das Recht. Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit!&#8220;<br />
Die Menschen in Gaza brauchen Ihre Hilfe und Ihren Beistand. Die Menschen in Gaza brauchen die Unterstützung der deutschen Bevölkerung, diese ist vorhanden; Sie können der Menschlichkeit in Deutschland Gestalt geben, einer Menschlichkeit, die auch Palästinenser einschließt.<br />
Dienen Sie dem inneren Maßstab der Gerechtigkeit, und erheben Sie Ihre Stimme für die Menschen in Gaza, die in diesem furchtbaren Krieg die Leidtragenden sind.<br />
Einem Menschen seine Menschenrechte zu verweigern, bedeutet, ihn in seiner Menschlichkeit zu missachten, so der Nobelpreisträger Nelson Mandela.<br />
In Gaza leben Menschen, &#8222;Aktion Deutschland Hilft&#8220; darf die Palästinenser in ihrer Menschlichkeit nicht missachten.<br />
Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Obeidullah El-Mogaddedi<br />
(Arzt und Chirurg)<br />
15.01.2009</p>
<p>P.S.: Machen Sie es Ihrem schweizerischen Pendant, der &#8222;Glückskette&#8220;, nach; diese hat bereits eine Hilfsaktion für Gaza unter Einbeziehung des öffentlich-rechtlichen Schweizer<br />
Fernsehens gestartet!</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Offener Brief an Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel</title>
		<link>http://mokka.wordpress.com/2009/01/06/offener-brief-an-bundeskanzlerin-frau-dr-angela-merkel/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 00:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[An Bundeskanzleramt Bundeskanzlerin Angela Merkel Willy-Brandt-Straße 1 10557 Berlin Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, lassen Sie mich vorweg sagen, dass ich Ihnen diesen Brief aus grosser Sympathie für Deutschland schreibe, ein Land in dem ich seit 53 Jahren mit meiner Familie lebe. Am 18.03.2008 haben Sie in einer Rede vor dem israelischen Parlament, der Knesset, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=42&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An<br />
Bundeskanzleramt<br />
Bundeskanzlerin Angela Merkel<br />
Willy-Brandt-Straße 1<br />
10557 Berlin</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,</p>
<p>lassen Sie mich vorweg sagen, dass ich Ihnen diesen Brief aus grosser Sympathie für Deutschland schreibe, ein Land in dem ich seit 53 Jahren mit meiner Familie lebe.<br />
Am 18.03.2008 haben Sie in einer Rede vor dem israelischen Parlament, der Knesset, im Namen der deutschen Bundesregierung erklärt, dass die Sicherheit Israels Teil der Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland sei.<br />
Der israelische Soziologe Professor Moshe Zuckermann hat die in Ihrer Rede zum Ausdruck gebrachte Haltung der Bundesregierung zum Staat Israel als eine “befindlichkeitsgeschwängerte Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus über ein fetischisiertes »Israel«-Bild“ beschrieben.<br />
Diese deutliche Kritik an der Bundesregierung wurde meines Erachtens durchaus berechtigt geübt, wie sich in diesen Tagen an der Haltung der deutschen Bundesregierung zum Angriff Israels auf Gaza ablesen lässt.<br />
Die Angriffe Israels auf Gaza zum Anlass nehmend, hat die Bundesregierung die Öffentlichkeit am 29.12.2008 wissen lassen, dass die Verantwortung für die Entwicklung in der Region &#8222;eindeutig und ausschließlich&#8220; bei der Hamas liege, darin sei sie sich mit dem Ministerpräsidenten Israels einig.<br />
Offensichtlich hat die deutsche Bundesregierung diese uneingeschränkte und bedingungslose Solidarität  mit Israel formuliert, um auf diese Weise der oben erwähnten Staatsräson für die Bundesrepublik eine Konsequenz in der politischen Praxis  zu verleihen.<br />
<span id="more-42"></span><br />
Bitte erlauben Sie mir Ihnen in Ihrer Eigenschaft als höchste Vertreterin unserer Bundesregierung und Ihrem Kabinett mit klaren Worten zu widersprechen, im Interesse der Bundesrepublik, wie auch im Interesse der Menschen, von denen viele auch in Palästina, wie auch in anderen Ländern der Muslimischen Welt,  vor dem seit Jahrhunderten in Europa verwurzelten Antisemitismus, immer eine Zuflucht gefunden haben.<br />
Ihre Regierung legt Wert darauf, „dass bei der Beurteilung der Situation im Nahen Osten Ursache und Wirkung nicht vertauscht werden“ und „Ursache und Wirkung nicht in Vergessenheit geraten&#8220;, aber dann muss die Bundesregierung sich auch im historischen Kontext an der von ihr aufgestellten Maxime messen lassen. Die deutsche Regierung vertauscht diese Zusammenhänge in höchst bedenklicher Art und Weise.<br />
Mit der einseitigen Parteinahme für die menschenverachtende, aggressive und kriegstreibende Politik des Triumvirats Olmert – Barak – Livni, eine Politik, die dem Staat Israel weder mittel- noch langfristig nützt, sondern schaden wird, begeht die Bundesregierung einen unerträglichen, gegen die Palästinenser gerichteten Zivilisationsbruch.<br />
Die Bundesregierung verstösst damit gegen die universellen Menschenrechte, weil sie deren Einhaltung von Israel nicht einfordert. Menschenrechte besitzen eine nicht qualifizierbare Gültigkeit, unabhängig von Rasse, Geschlecht und religiöser Zugehörigkeit.<br />
Diejenigen, die heute die Regierung  Israels für den Tod von über 630 und die Verstümmelung von über 2700 Menschen &#8211; Tendenz steigend- bei dem seit über sechs Monaten (!) geplanten Angriff auf Gaza, das „größte Freiluftgefängnis der Welt“ (Bischof Desmond Tutu), verantwortlich machen, haben längst erkannt, dass der Konflikt in Palästina nicht auf ein paar, primitive von der Hamas auf die Städte Sderot und Ashkelon abgefeuerten Geschosse zurück zu führen ist.<br />
Damit Sie mich nicht falsch verstehen, der Tod von israelischen Zivilisten durch Kassam- Projektile ist durch nichts zu rechtfertigen!<br />
Aber der mittlerweile zweite Krieg, den die Regierung Olmert in Gaza seit 2006 durchführt, wie auch die Schaffung eines seit über zwei Jahren real existierenden „Ghetto Gaza“, dessen Bevölkerung man einer umfassenden  Belagerung aussetzt, ist ebenfalls durch nichts zu entschuldigen!<br />
Die westliche Wertegemeinschaft kann sich nicht mit vorwurfsvollen Verweis auf die Hamas stillschweigend auf ein unterschiedliches Richtmaß verständigen, ohne ihre Glaubwürdigkeit nachhaltig und grundsätzlich in der Muslimischen Welt zu verlieren.<br />
Die explosive Situation, die in Gaza existiert, ist nicht &#8222;ausschließlich und eindeutig&#8220; das Produkt der Hamas-Regierung. Achtzig Prozent der Menschen, die in Gaza leben, sind Personen und deren Nachkommen, die im Jahr 1948 bei der Staatsgründung Israels in den Gazastreifen  geflohen sind, auch aus ehemals arabischen Städten wie Ashkelon, auf arabisch „Askalaan“ genannt .<br />
Die Mehrheit der Menschen in Gaza stammt nicht aus Gaza, sondern sie sind Opfer von Vertreibung!<br />
Die Menschen von Gaza leben seit 1967 gemäß internationalem Recht unter israelischer Besatzung, daran hat auch der Rückzug der Siedler und der israelischen Armee effektiv nichts geändert.<br />
Das Bild, dass uns westliche Medien über Gaza zu vermitteln suchen, entspricht nicht den historischen Gegebenheiten und Folgen. Gaza ist nicht ein Slum, in dem eine Gruppe von bärtigen, angeblich anti-semitischen, muslimischen Extremisten von heute auf morgen verrückt geworden sind, die jetzt „zu Recht“ seitens des angeblich &#8222;friedliebenden&#8220; und<br />
&#8222;rechtsstaatlichen&#8220; Israel zu Staub zerbombt werden dürfen, während die Hüter der Menschenrechte im Westen „das Recht Israels auf Selbstverteidigung“ zitierend zuschauen &#8211; als ob dieses ein absolutes, nur dem Staat Israel zustehendes Recht sei.<br />
In Gaza leben in einem Gebiet so groß wie die deutsche Hansestadt Bremen Opfer einer historisch belegbaren &#8222;ethnischen Säuberungspolitik&#8220; seitens Israels, so der israelische Historiker Dr. Ilan Pappe.<br />
Nach Aussage des deutschen Nahostexperten Dr. Michael Lüders leben die Menschen in Gaza nicht in der „dritten, der vierten, sondern in der fünften Welt“.<br />
Allein im ersten Quartal des Jahres 2008 zerstörte die Armee Israels in Gaza 289 Häuser und tötete 247 Menschen, darunter  42 Kinder und 15 Frauen. Sollte Zurückhaltung nicht anders aussehen?<br />
Die Ursachen des gegenwärtigen Konfliktes dürfen daher nicht in der Situation des Gazas von heute und der palästinensichen Wahlen von 2006 gesucht werden. Gaza ist Symptom einer seit über 60 Jahren andauernden katastrophalen und verfehlten Nahostpolitik und Regionalpolitik des Westens respektive Israels, die die Palästinenser zur Geisel genommen hat und, die die Palästinenser für das vergangene Unrecht, dass Europa den Menschen jüdischen Glaubens angetan hat, rücksichtslos bluten lässt.<br />
Die von Ihrem Außenminister Steinmeier angekündigte Erhöhung der humanitären Hilfe für die Menschen in Gaza ist zu begrüßen, aber sie ist dennoch Ausdruck einer fehlgeleiteten Nahost-Politik. Diese vermittelt den Eindruck, man könne einem Volk von mittlerweile mehr als neun Millionen Palästinensern dauerhaft das natürliche und unveräußerbare Recht auf Menschenwürde und sichere Heimstätte nehmen lassen und durch eine permanente humanitäre Hilfe ersetzen. Ist dieser Zustand nicht erniedrigend?<br />
Diese nicht nur von Deutschland praktizierte politische Haltung verlängert doch nur in kunstvoller Weise das Leid, das Elend und die Perspektivlosigkeit von hier 1.5 Millionen Menschen in Gaza, weil man aus einem falschen Geschichtsverständnis heraus nicht gewillt ist, im Fall von Palästina generell Gerechtigkeit und Fairness zu üben. </p>
<p>Die oft bemühte &#8222;westliche Wertegemeinschaft&#8220; versagt mit Blick auf Palästina auf ganzer Linie, sie verliert sich in Lippenbekenntnissen; in diesem Punkt trifft sie sich bedauerlicherweise mit vielen korrupten Staatslenkern der Arabischen Welt.<br />
Professor Moshe Zuckermann hat dies in den folgenden Sätzen zusammengefasst, deren Lektüre ich jedem dringend empfehle, bevor wieder über &#8222;Ursache und Wirkung&#8220; gesprochen wird:<br />
„Wer noch immer nicht den Unterschied zwischen Judentum, Zionismus und Israel, mithin zwischen Antisemitismus, Antizionismus und Israel-Kritik begriffen hat, wird zwangsläufig miteinander vermengen, was auseinander gehalten gehört. Israel führt einen erbitterten Kampf gegen Hamas und Hezbollah; dieser hat seinen historischen Ursprung sowie seine aktuelle Begründung in der nahöstlichen Geopolitik und im israelisch-palästinensischen Konflikt, nicht im Antisemitismus als solchem, schon gar nicht in einem dem abendländischen vergleichbaren Antisemitismus.“<br />
Wenn die Bundesregierung Ursachen anspricht, dann darf sie es sich bitte nicht bequem machen und nach der nächst besten Erklärung greifen, denn diese Selbstberuhigung stellt eine Beleidigung des allgemeinen Menschenverstandes dar! Die französische Regierung hat sich im aktuellen Krieg Israels gegen Gaza klüger verhalten, dies sei nur am Rande vermerkt.<br />
Wenn  Ihnen als höchste politische Repräsentantin unseres Landes und unserer Regierung wirklich an einer Lösung des Konfliktes in Palästina gelegen ist, dann fallen Sie der israelischen Regierung in den Arm, deren Verteidigungsminister Ehud Barak in seinen eigenen Worten einen “totalen Krieg bis zum bitteren Ende“ führen will.<br />
Diese nihilistische Sprache eines israelischen Politikers, dem die Türen zu den politischen Schaltzentren des Westens offen zu stehen scheinen, lässt mich schaudern, weil aus seinen Worten der unsägliche Geist einer furchtbaren Vernichtungsideologie aufsteigt.<br />
Dass Israels Verteidigungsminister Ehud Barak und Aussenministerin Tsipi Livni über die frisch angelegten Friedhöfe Gazas auch einen Kampf um die Wählergunst des israelischen Elektorates führen, ist eine politische Praxis, die bei den Vertretern unseres Landes doch zumindest Ablehnung hervorrufen sollte.<br />
Diese Kriegspolitik Israels hat sich längst  von der Einsicht des ehemaligen Premierminister des Landes, Jitzchak Rabin, verbschiedet, von dem nachfolgendes Zitat aus dem Jahr 1993 aus Anlass des Osloer Abkommen stammt:<br />
&#8222;Wir sind dazu bestimmt, auf dem gleichen Boden, auf der gleichen Erde zusammenzuleben. Es gab zu viel Blut und zu viele Tränen. Es reicht!&#8220;</p>
<p>Für diese Haltung musste er am 4. November 1995 mit dem Tod bezahlen, getötet durch die Kugeln, die ein jüdischer Terrorist auf ihn abfeuerte; er traf ihn tödlich, als er das &#8222;Lied des Friedens&#8220; sang.<br />
Dreizehn Jahre später, am 4. November 2008 marschierten israelische Soldaten, zum wiederholten Mal (!) während des Waffenstillstandes in Gaza ein, und erschossen, verletzten und entführten mehrere Palästinenser, darunter auch Frauen.<br />
Israel stellte mit dieser Verletzung der von Ägypten im Juni 2008 vermittelten Waffenruhe endgültig die Weichen für den am 27.12.2008 ausgerufenen Krieg gegen Gaza, den man den Namen &#8222;Gegossenes Blei&#8220; gegeben hat; ein kaum zu überbietender und perfider Zynismus, beruft sich dieser Name doch auf ein altes Lied, das Kinder (!) aus Anlass des jüdischen Chanukka-Festes singen.<br />
Der ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinschaft von Schleswig Holstein Professor  Rolf Verleger stellt aktuell und vollkommen zu Recht die folgende Frage:<br />
„Gibt die Tatsache, dass wir europäischen Juden Opfer eines großen Unrechts wurden, dem jüdischen Staat vor Gott und den Menschen das Recht, nun anderen Unrecht zu tun? Das ist doch die Frage. Und da macht es sich Frau Merkel ein bisschen einfach, wenn sie sagt, Israel hat immer Recht.“<br />
Mit der pauschalen Unterstützung für Israels Kriegspolitik hat die Bundesregierung dem Ansehen der Bundesrepublik Deutschland in der Muslimischen Welt großen Schaden zugefügt und Israel einen gewaltigen Bärendienst erwiesen, wie die Zukunft leider zeigen wird.<br />
Millionen von Deutschen haben staatliches Unrecht und Unterdrückung am eigenen Leib erduldet und erlebt, auch aus diesem Grund hätte ich von der deutschen Bundesregierung mehr politisches Fingerspitzengefühl und Weitsicht erwartet.<br />
Vielleicht überdenken Sie und Ihre Minister die offizielle Haltung Deutschlands zu Israels Krieg in Gaza noch einmal.</p>
<p>Mit freundlichen Grüssen<br />
Obeidullah El-Mogaddedi<br />
06.01.2009</p>
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		<title>Für ein Mehr an Sicherheit in diesem Land</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Sep 2007 16:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Für ein Mehr an Sicherheit in diesem Land oder Eia, popeia, eine Datei macht uns sicherer und freier! Vorschläge eines deutschen Muslims*! Mittlerweile lässt sich mit der Formel „Der demokratische Rechtsstaat muss vor Terroristen geschützt werden“ jeder diesem Zweck dienlich erscheinende Vorschlag der politischen Lichtgestalten unseres Landes als gut gemeint, zweckmäßig und objektiv brauchbar in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=20&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für ein Mehr an Sicherheit in diesem Land<br />
oder<br />
Eia, popeia, eine Datei macht uns sicherer und freier!</p>
<p>Vorschläge eines deutschen Muslims*!</p>
<p>Mittlerweile lässt sich mit der Formel „Der demokratische Rechtsstaat muss vor Terroristen geschützt werden“ jeder diesem Zweck dienlich erscheinende Vorschlag der politischen Lichtgestalten unseres Landes als gut gemeint, zweckmäßig und objektiv brauchbar in die gesellschaftliche Diskussion einbringen.<br />
Jetzt hat sich Herr Wolfgang Bosbach, seines Zeichens Fraktionsvize der CDU im deutschen Bundestag, mit der Aussage hervorgetan, Konvertiten in eine Datei aufzunehmen. Hier handelt es sich nicht um den Konvertiten schlechthin, sondern um eine spezielle Gruppe von Konvertiten, den Muslim, also den deutschen Muslim, noch genauer den Homo Germanicus, der früher einmal Christ, Jude, Buddhist, Hindu, Scientologe, Atheist oder Schnäppchenjäger in einem Kaufhaus war.<br />
<span id="more-20"></span><br />
Die ehrliche, unaufrichtige oder auch hämische Empörung, die dem Auftritt des Herrn Bosbach folgte, war groß, so dass der einfallsreiche CDU-Politiker den Bach, auf dem er so boshaft gegen Konvertiten stromabwärts dahin ruderte, schnell zu verlassen suchte; nasse Füße sind schließlich auch einem mit allen Wassern gewaschenen Politiker höchst unangenehm.<br />
Mittlerweile ist ihm sogar der Bayrische Rundfunk zur Seite gesprungen, dass die in der Münchener Runde getätigte Aussage doch gar nicht so gemeint war.<br />
Sei es drum, der Engländer beliebt zu sagen: „There is many a slip between the tongue and the lip“, und Wolfgang Bosbach rutscht ständig zwischen seiner Lippe und seiner Zunge aus, wenn es um Muslime und Islam geht, nicht erst seit dieser Woche!<br />
Ruckartig streckte er seine Paddel, relativierte seine Aussagen, und eilig versuchte der Innenexperte der CDU das rettende Ufer zu erreichen, wo Kanzlerin Merkel ihren schnell schießenden Parteikollegen mit der beruhigenden Zusicherung empfing, dass sie die Online-Untersuchungen von Computern unterstützt werde, auch ein Lieblingskind des Herrn Bosbachs.<br />
(Wahrscheinlich kommt diese Untersuchungstechnik zuerst bei den Menschen zur Anwendung, die einen Internet fähigen Computer besitzen und die dem Glauben anhaften, dass Deutsch-Sein und Muslim-Sein zu vereinbaren ist. Gut informierte Kreise lassen verlauten, dass der heidnische Trojaner dann „Mekkaner“ heißen wird, weil man ja trotz allem auf die Empfindungen der Muslime Rücksicht nehmen und politische Korrektheit praktizieren möchte.)<br />
Aber zurück zu unserem vorwärts gewandten Rückwärtsruderer!<br />
Das pfiffige Wendemanöver war indessen für Bayerns Innenminister Günther Beckstein, der im selben Bach ein vergnügliches Bad nahm, dermaßen überraschend, dass dieser nicht mehr rechtzeitig den gestreckten Rudern des Kollegen aus der geschwisterlichen Partei entkommen konnte.<br />
Der Zusammenprall des CDU-Holzes aus guter deutscher Eiche mit dem CSU-Stein von höchster Granitqualität war unvermeidlich, mit dem Resultat, dass der bajuwarische Ministerpräsident in spe sich mit folgendem Nachrichtensplitter in den Gazetten zitieren ließ:<br />
 „….um radikalisierte Konvertiten zu identifizieren, und im Auge zu behalten“, müsse alles rechtsstaatlich Mögliche getan werden.</p>
<p>Inwieweit die Betonung auf „rechtsstaatlich“ oder „Mögliche“ lag, wird die Zukunft zeigen. Aber die Erfahrung zeigt, dass hinsichtlich des Begriffes „Rechtsstaatlichkeit“ Politiker aller Couleur über beeindruckende Interpretationsfähigkeiten verfügen, denn gerne ist man bereit alles Mögliche zu tun, damit gesetzlichen Neuerungen in den Mantel der Rechtsstaatlichkeit gezwungen werden können, sitzt er auch noch so eng und reißt .</p>
<p>Gemäß dem neuen Motto unserer Republik „Eine Datei mach erst richtig frei“ möchte ich als verantwortungsbewusster muslimischer Staatsbürger an dieser Stelle, unabhängig vom Konvertitenstreit weitergehende Vorschläge machen, die das Leben in unserem Staat noch sicherer und vor allem besser machen werden:</p>
<p>1.<br />
Im Interesse der Volksgesundheit werden alle Fleischproduzenten in einer Datei erfasst; zwar sind nicht alle Fleischproduzenten Hersteller von Gammelfleisch, aber alle Gammelfleisch-Hersteller sind Fleischproduzenten!<br />
2.<br />
Im Interesse der Verkehrssicherheit werden alle Autofahrer in einer Datei erfasst; zwar gefährdet nicht jeder Autofahrer den Verkehr, aber jeder Raser, der den Straßenverkehr gefährdet, ist ein Autofahrer.<br />
3.<br />
Im Interesse der Stadionsicherheit wird eine Fußball-Fan-Datei eingerichtet; zwar sind nicht alle Fußballfans Hooligans, aber alle Hooligans sind Fußballfans!<br />
4.<br />
Im Interesse der Allgemeinheit wird jeder Tierliebhaber registriert; zwar ist nicht jeder Tierliebhaber ein gewaltbereiter Käfigstürmer, aber jeder Käfigstürmer ist ein Tierliebhaber.<br />
5.<br />
Eine Kaugummi-Kauer-Datei wäre auch etwas Feines, denn dann wären unsere Bürgersteige sauber und endlich frei von dunklen, klebrigen Massen; zwar spuckt nicht jeder seinen Kaugummi auf den Bürgersteig, aber jeder der seinen Kaugummi auf den Bürgersteig gespuckt hat, hat zuvor ein Kaugummi gekaut!<br />
6.<br />
Eine Alkohol-Trinker-Datei wäre auch angebracht; zwar ist nicht jeder, der Alkohol trinkt ein Trinker, der das Gesundheitswesen belastet, in häuslicher Abgeschiedenheit gelegentlich seine Frau und Kinder verprügelt oder sich betrunken ans Steuer setzt und seine Mitbürger gefährdet , aber jeder der Alkoholiker ist, trinkt!<br />
7.<br />
Eine Internationale-Kirchgänger-Datei würde im Zeitalter der Globalisierung auch ein weltumspannendes Zeichen des Friedens setzen; zwar sind nicht alle sonntäglichen Kirchgänger aggressive, Gewalt und Kollateralschäden verursachende Evangelisten, aber die Evangelisten, die für internationale Aggression, Gewalt und Kollateralschäden verantwortlich zeichnen sind alle sonntägliche Kirchgänger!<br />
8.<br />
Im Interesse der politischen Stabilität, der gesellschaftlichen Ausgewogenheit und zur Eindämmung von rassistischen Ausfällen in diesem Land, wird jeder CDU und CSU Wähler in einer Datei erfasst; zwar ist nicht jeder der diese Parteien wählt ein Rechtsradikaler, aber diejenigen, die für Rechtsradikalismus Verständnis aufbringen, stammen aus diesen politischen Lagern, sieht man einmal von der staatsfeindlichen NPD ab; aber für deren Stammwähler, so hört man zumindest aus den Kreisen der CDU/CSU, will man ja auch Raum schaffen, sonst verbleiben diese wohlmöglich noch in ihrer innerdeutschen Parallelgesellschaft!<br />
(Dieser Datei könnte im Interesse eines faktischen Anspruches des Staates auf gewissenhaften Säkularismus ein Unterordner angefügt werden, in der alle Publizisten, Schriftsteller und Journalisten erfasst werden, die in der deutschen Öffentlichkeit gegen Muslime und Islam wettern und diese diffamieren. Zwar sind nicht alle vermeintlichen „Islamexperten“ hauptberufliche Publizisten, Schriftsteller und Journalisten, aber mit der ungeheuerlichste geistige Unrat über Islam und Muslime kommt aus diesem Kreis.)<br />
9.<br />
Schließlich wäre eine Datei, die alle Politiker erfasst, deren Nachnamen mit dem Buchstaben „B“ beginnt ein großer Segen für die Menschen in diesem Land; zwar sind nicht alle Politiker, deren Nachnamen mit dem Buchstaben „B“ beginnt, verantwortlich für jeglichen politischen Blödsinn, aber leider stechen zwei „B“-Politiker exemplarisch besonders heraus, wenn es darum geht ebensolchen, gegen Muslime gerichteten Blödsinn zu verzapfen!<br />
10.<br />
Abschließend bleibt nur noch eine Datei, die, wenn wir wirklich um unsere Sicherheit und insbesondere den globalen Frieden besorgt sind, alle Menschen erfassen muss, deren Nachnamen ebenfalls mit dem Buchstaben „B“ beginnt.<br />
Zwar sind nicht alle Menschen, deren Nachname mit einem „B“ beginnt Terroristen und Kriegstreiber, aber alle großen Terroristen und Kriegstreiber unserer Zeit tragen am Anfang ihres Nachnamen ein „B“, Bush und Blair eingeschlossen.</p>
<p>M.Belal El-Mogaddedi<br />
13.09.2007</p>
<p>*<br />
Um Missverständnisse zu vermeiden, wird an dieser Stelle noch folgende Erklärung hinzugefügt:<br />
Bei dem Verfasser handelt es sich um einen deutschen Muslim. Dieser Muslim ist weder eine orthodoxe, liberale, fanatische, säkulare, laizistische noch fundamentalistische, wahabitische, Euro-muslimische und aufgeklärte Person, sondern er besteht darauf als ein nicht-krimineller, rechtstreuer, legal in Deutschland lebender Muslim wahrgenommen zu werden, der in diesem Land existiert und arbeitet, weil es ihm hier immer noch ganz gut gefällt, und der hier seinen Lebensmittelpunkt hat, trotz der Zunahme des oberschlauen Geschwafels in Sachen Islam und Muslime. PUNKT!</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Offener Brief an Ralph Giordano</title>
		<link>http://mokka.wordpress.com/2007/09/09/18/</link>
		<comments>http://mokka.wordpress.com/2007/09/09/18/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 09 Sep 2007 22:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>

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		<description><![CDATA[„Dummheit ist auch eine bestimmte Art, den Verstand zu gebrauchen.“ (Verfasser unbekannt) Ein Weiser soll die Dummheit eines gemeinen Menschen nicht mit Nachsicht hingehen lassen, denn es bringt auf beiden Seiten Schaden; das Ansehn jenes wird verringert, und die Torheit dieses wird verstärkt. Saadi, Der Rosengarten Sehr geehrter Ralph Giordano, in einem in der Zeitschrift [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=18&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Dummheit ist auch<br />
eine bestimmte Art,<br />
den Verstand zu gebrauchen.“<br />
(Verfasser unbekannt) </p>
<p>Ein Weiser soll die Dummheit<br />
eines gemeinen Menschen nicht<br />
mit Nachsicht hingehen lassen, denn<br />
es bringt auf beiden Seiten Schaden;<br />
das Ansehn jenes wird verringert,<br />
und die Torheit dieses wird verstärkt.<br />
 Saadi, Der Rosengarten </p>
<p>Sehr geehrter Ralph Giordano,</p>
<p>in einem in der Zeitschrift „Das Parlament“ veröffentlichten Essay mit dem Titel „Die Internationale der Einäugigen“ schreiben Sie, dass Sie sich in den 50iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts  von der Kommunistischen Partei Deutschlands verabschiedet haben, um “auf beiden Augen sehen zu können“. Sie wollten weder auf dem rechten Auge noch auf dem linken Auge erblinden.</p>
<p><span id="more-18"></span><!--more--></p>
<p>Nach der Lektüre Ihrer finsteren Äußerungen gegen den geplanten Bau eines auch von außen als solches erkennbarem Moscheegebäude, kann man nur das Fazit ziehen, dass Sie zumindest im Hinblick auf Muslime und Islam, der geistigen Erblindung nicht entgangen sind, schlimmer noch, Sie scheinen einer unbegreifbaren geistigen Erstarrung verfallen zu sein.<br />
Als ein in Deutschland lebender Muslim ist man hinsichtlich der öffentlichen Diskussion über Muslime und Islam mit einigem grotesken gedanklichen Unrat vertraut, aber Ihre geistige Ausschreitung über das muslimische Leben in diesem Land lässt auch die größten anti-muslimischen Hetzer, Schmierfinken eingeschlossen, in Ehrfurcht erstarren.<br />
Muslimisches Leben in diesem Land  setzen  Sie gleich mit Aggressivität, Raub, Bedrohung, Vergewaltigung und Mord.<br />
Mit beträchtlicher Aggression setzen Sie Islam mit Verfassungsfeindlichkeit, Antisemitismus und Terrorismus gleich. Sie gehen sogar so weit von einem erpresserischem, „islamisierenden“ Tentakeltum auf globaler Ebene zu sprechen.<br />
Hatten wir derartige eine Minorität verunglimpfende Sprachagitationen in diesem Land nicht schon einmal, aber in einem anderen Kontext?<br />
Zur Ehrenrettung der eigenen Personen versuchen Sie Ihre unglaublich dumpfen Losungsworte gegen Islam und Muslime in diesem Land mit Ihrem Recht auf Meinungsäußerung zu rechtfertigen, ohne dabei „ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen“.<br />
Mit Ihren, nicht einmal oberflächlich und flatterhaft zu nennenden, Erkenntnissen über den Islam, die nicht mehr darstellen als eine gefährliche Illusion von Wissen, füllen Sie nun die Gazetten und anderes mehr, unter anderem braune Füllhörner.<br />
In eine bizarre  Propagandistenrolle schlüpfend, versuchen Sie nicht nur einer in Ihren Augen  bestehenden Furcht großer Bevölkerungsteile vor einer „schleichenden Islamisierung“ und Ihrer Empfindung, dass bundesweit eine kollektive Beunruhigung und Befindlichkeit gegenüber Muslimen und Islam bestünde, eine Stimme zu verleihen, sie missbrauchen Ihre Bekanntheit, um Kübelweise Voreingenommenheiten über Muslime und Islam auszugießen.  Abgesehen von der fragwürdigen Empirie Ihrer „Einsichten“ entgeht Ihnen, dass Sie mit Ihren abstoßenden gegen Muslime gerichteten Polemiken, Verachtungsszenarien und von Abneigungen geprägte Zustände herbei reden und produzieren.<br />
Die englische Sprache hat für Ihre Denkschule den wunderbaren Begriff  der „self-fulfilling prophecy“ geschaffen.<br />
Zur Rechtfertigung Ihrer intellektualisierten Wortschwalle, nehmen Sie für sich unter anderem in Anspruch, frei von den Schuldkomplexen aus der Nazi-Zeit zu sein, als ob dies ein allumfassender Freibrief sei, um jegliche Verächtlichkeit begreiflich zu machen.<br />
Dennoch ist Ihre Distanz zum Faschismus vielleicht die einzige Grundwahrheit, der ich mich Ihnen gegenüber im Kontext dieser Diskussion anschließen kann.<br />
Dessen ungeachtet möchte ich Ihrer von Ihnen in Anspruch genommenen Freiheit von Schuldkomplexen hinzufügen, dass Ihr Freigeist im Hinblick auf die Begegnung mit Muslimen losgelöst ist von jedweder Fähigkeit aus der Geschichte, insbesondere aus der eigenen deutschen Geschichte, kluge Konsequenzen für das Zusammenleben verschiedener Kulturen in diesem Land zu ziehen.<br />
Bitte Herr Giordano, erlauben Sie mir auch einmal kein Blatt vor den Mund zu nehmen, und lassen Sie mich sagen, dass mich Ihre unter einem Seidenschal versteckte gegen Muslime gerichtete Irrationalität und von Salonrassismus geprägte Polemik anwidert! </p>
<p>Nein, Herr Giordano, der Islam ist nicht das Problem, Ihre Geisteshaltung, die Muslime als Teil der deutschen Gesellschaft auszuschließen sucht, ist das Problem!<br />
Sie haben sich in einer höchst absonderlichen Geisteswelt verirrt und verrannt!<br />
Mit Ihren Hetzpredigten gegen Muslime in Deutschland und Europa missachten Sie die zentrale Unerlässlichkeit im sozialen Miteinander, nämlich Schranken in der freien Rede zur Kenntnis zu nehmen.<br />
Die Notwendigkeit einer Sensibilität in der Begegnung mit anderen Menschen und die Prinzipien des gegenseitigen Respekts treten Sie in Ihren Stellungnahmen zum Moscheebau in Deutschland mit Füßen.<br />
Sie verwerfen Ihre Prämisse der Gewaltlosigkeit, weil Ihr Vokabelschatz im Bezug auf Muslime in diesem Land von verächtlicher Missachtung für und Entmenschlichung von Muslimen geprägt ist, dies wird Gewalt gegen Muslime produzieren.<br />
Ihre Worte von heute sind der Schleifstein auf dem die Messer der aktuellen und zukünftigen Gemetzel gewetzt werden.<br />
Atheistischer Intellektualismus, der Religion für dreimal nichtig erklärt, intellektuelle Oberflächenakrobatik mit wissenschaftlicher Tiefgründigkeit verwechselt, nur die eigene vom Tunnelblick geprägte Wahrnehmung der Realität  mit  nachweisbarer Wirklichkeit verwechselt, sie sollte jedem Demokraten, der einer Religion in seinem Leben einen wichtigen Platz einräumt, genauso zuwider sein, wie jede andere Prägung von Extremismus auch.<br />
Wer auf der Basis der religiösen Ausrichtung einer in diesem Land lebenden Minderheit demographische Angstszenarien entwirft und verschleierte Frauen als „Pinguine“ bezeichnet, der hat nicht nur ein diktatorisches Ästhetikempfinden, sondern er bedient mit seinen unqualifizierten Äußerungen  genau die kranken Geister in diesem Land, die wieder von der Ideologie einer deutschen Monokultur träumen.</p>
<p>Wer aufrichtige muslimische Gesprächsangebote zur Ausräumung von Missverständnissen dazu nutzt, um seine unglaubwürdigen Tiraden öffentlich zu wiederholen, verfällt einer Art des Nachtretens, die nicht den „Getretenen sondern den Treter“ charakterisiert.<br />
Wer legitime Moscheebauten zum Anlass nimmt  unhaltbare Prophezeiungen über Unfrieden und Unruhen auszustoßen, Immigranten zu Problemverursachern abstempelt, ernsthafte Integrationsanstrengungen seitens der in Europa lebenden Muslime mit „Friede, Freude, Eierkuchen“ lächerlich zu machen sucht, Muslimen jegliches europäisches Traditionsgut abspricht, Dialogkultur  mit Xenophilie gleichsetzt, kulturelle Selbstbestimmung einer Minderheit nur als ein von der Mehrheitsgesellschaft zu definierendes Recht versteht und gehässige Propaganda mit Wirklichkeit gleichsetzt, der hängt politischen Irrtumslehren an, und er teilt die Humanitas, die er offensichtlich nur für sich in exklusiven Anspruch zu nehmen scheint. </p>
<p>Zur Entschuldigung und zur Verteidigung derartiger Denkweisen können in einer Zeit des offenen und mannigfaltigen Informationsangebotes mangelnde Erkenntnisstände genauso wenig angeführt werden, wie der individuelle Bedeutungswert eines Zugehörigkeitsgefühles zu einer Gruppe. Das ist nicht nur Heuchelei sondern auch Flucht aus der eigenen Verantwortung für den Zeitgeist, den man mit seiner Sprache produziert.<br />
Wer in menschenverachtender Weise  über Muslime und abschätzig über den Islam schwadroniert darf sich nicht darüber empören, wenn Rechtsradikale Gruppierungen ihre politischen Karren mit seinem verbalen Treibstoff in Fahrt bringen, denn das Vokabular der politischen Gossen erfährt eben doch eine Aufwertung, wenn es von einem Überlebenden des schrecklichsten Massenmordes der Menschheitsgeschichte verwendet wird; diese sprachlichen Monstrositäten, die eine religiöse Minorität zurückzusetzen sind und bleiben in einer Demokratie grundsätzlich inakzeptabel!<br />
Muslime in Deutschland erwarten von Ihnen in Ihrem Umgang mit deren rechtmäßigen Interessen keineswegs „Demut“, aber Achtung, die jedem Menschen gebührt. Gerade aufgrund Ihrer persönlichen Lebenserfahrungen müssten Sie die Schmähung Muslimischen Lebens in Deutschland unterlassen.<br />
Kein Muslim sollte Sie in eine rechtsextreme Ecke stellen, aber durch Ihre gegen Muslime gerichteten Verbaloffensiven manövrieren Sie sich selbst genau in diese Ecke. Mit Ihren Gehässigkeiten zündeln Sie nicht nur, sie legen das Fundament für zukünftige gesellschaftliche Flächenbrände, so wie diejenigen, die früher in ihrem mono-ethnischen Unvereinbarkeitswahn nach einem „Jud Süß“ und heute nach einem „Muslim Süß“ Ausschau halten.<br />
Sie behaupten, dass Sie in diesem Land Ihre Meinungsfreiheit ausleben wollen. Dieses Recht steht ohne Wenn und Aber allen Menschen, Muslime eingeschlossen, in Deutschland zu, aber Sie irren, wenn Sie glauben, dass Ihr verschwenderischer Umgang mit Verbalinjurien gegen Andersgläubige Ausdruck  konstruktiver Kritik ist und Sie irren, wenn Sie annehmen, dass dies zu einer Deeskalation tatsächlicher oder vermeintlicher Spannungszustände führen würde.<br />
Ihre gnadenlose Verneinung des gütlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Lebensanschauungen, die im Grundgesetz eine gemeinsame Lebensgrundlage sehen, macht Sie zum „Großverhinderer“ der Möglichkeit ein weltoffenes Deutschland in einem weltoffenen Europa zu schaffen.<br />
Ihre Behauptung an der Seite der säkularisierten Muslimas und Muslime stehen zu wollen, bleibt und ist solange eine abgenutzte Wortblase, wie Sie Ihr Verständnis von Säkularisierung und Reform nicht definieren; aber in Anbetracht  Ihrer gegenwärtigen Polemik gegen Muslime und Islam, scheinen Sie diese Begriffe, in einer höchst bedenklichen Weise für Muslime definieren zu wollen.<br />
Tatsächlich gibt es keine Alternative zu einer Integration als die friedliche, allerdings ist Ihr Beitrag dazu nicht einmal von molekularer Größe.<br />
In Abwandlung Ihres kürzlich in einem Interview geäußerten Gedankens kann ich nur hoffen, dass der Fall nie eintreten wird, dass ein Muslim in Deutschland Ihnen die blutigen Folgen Ihres Heiligen Krieges um die Ohren schlagen muss!</p>
<p>In diesem Sinne </p>
<p>M.Belal El-Mogaddedi<br />
Springe, 30.08.2007</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/mokka.wordpress.com/18/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/mokka.wordpress.com/18/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mokka.wordpress.com/18/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mokka.wordpress.com/18/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mokka.wordpress.com/18/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mokka.wordpress.com/18/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mokka.wordpress.com/18/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mokka.wordpress.com/18/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mokka.wordpress.com/18/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mokka.wordpress.com/18/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mokka.wordpress.com/18/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mokka.wordpress.com/18/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mokka.wordpress.com/18/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mokka.wordpress.com/18/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mokka.wordpress.com/18/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mokka.wordpress.com/18/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=18&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Offener Brief an Günter Wallraff</title>
		<link>http://mokka.wordpress.com/2007/08/24/offener-brief-an-gunter-walraff/</link>
		<comments>http://mokka.wordpress.com/2007/08/24/offener-brief-an-gunter-walraff/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2007 16:40:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr geehrter Herr Wallraff, in den vergangenen Tagen werden Sie in verschiedenen Medien mit Ihrem Vorschlag einer Lesung des Buches „Die Satanischen Verse“ von Herrn/Sir Salman Rushdie in der noch zu bauenden(!) Moschee des Kölner Stadtteils Ehrenfels zitiert. Zuletzt warben Sie am 09. Juli dieses Jahres im Deutschlandfunk im Rahmen einer Diskussionssendung für Ihren freigeistigen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=15&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Wallraff,</p>
<p>in den vergangenen Tagen werden Sie in verschiedenen Medien mit Ihrem Vorschlag einer Lesung des Buches  „Die Satanischen Verse“ von Herrn/Sir Salman Rushdie in der noch zu bauenden(!) Moschee des Kölner Stadtteils Ehrenfels zitiert. Zuletzt warben Sie am 09. Juli dieses Jahres im Deutschlandfunk im Rahmen einer Diskussionssendung für Ihren freigeistigen Geniestreich.</p>
<p>Offensichtlich möchten Sie  Muslime einem weiteren (un-)sinnigen Toleranztest unterziehen, ganz im Duktus der Gesinnungsprüfungen, die in einigen Bundesländern herangezogen werden, um die Leitkulturelle Treue von Muslimen festzustellen.<br />
Sicherlich kann Ihnen eine derartige Überprüfung gelebter religiöser Toleranz von Muslimen zugestanden werden, allerdings ist es mir als ein in Deutschland geborener und lebender Muslim gleichermaßen erlaubt Ihre Forderung in dieser selektiven Form als eine Form billiger anti-muslimischer Polemik entschieden zurückzuweisen.</p>
<p><span id="more-15"></span></p>
<p>Ihrer in literarische Watte eingepackten Werbeaktion für das Buch Ihres Freundes Rushdie liegt letztendlich eine Annahme zugrunde, die zu vermitteln sucht, dass Muslime per se</p>
<ul>
<li>antidemokratisch, </li>
<li>integrationsfeindlich </li>
<li>und antiwestlich </li>
</ul>
<p>seien, es sei denn sie treten einen Gegenbeweis an, indem Muslime z. B. eine Lesung eines literarischen Werkes mit dumm-schwätzigen Inhalt – diese Interpretation des von Ihnen so geschätzten Rushdie &#8211; Werk müssen Sie mir als Muslim schon erlauben &#8211; in ihrem Gebetshaus gestatten.</p>
<p>Ihre Forderung vermittelt mir den Eindruck, dass auch Sie die grundsätzliche Unschuldsvermutung für Muslime, ein bezeichnendes zeitgeistliches Phänomen, nicht gelten lassen wollen. </p>
<p>Negative Vorurteile dienen einem Zweck, ihrer Kreation liegt ein Motiv zugrunde. Jedes negative Vorurteil stellt eine These dar, über die sich der Schöpfer des Vorurteils im Umkehrschluss positiv zu definieren sucht. </p>
<p>Ist es das was Sie antreibt?</p>
<p>Warum müssen Muslime in Deutschland den heiligen Geist satanischer Verse über sich ergehen lassen, um von Ihnen und auch anderen in diesem Land den selben Respekt auf Augenhöhe zu erfahren, wie jeder andere in Deutschland lebende Mensch?<br />
Kein Muslim hat Ihnen oder Herrn Rushdie gegenüber eine Bringschuld was Fragen der gemeinschaftlichen Toleranz betrifft.<br />
Kein Muslim muss die Werke Rushdies gelesen haben, um in diesem Land respektvolle Akzeptanz zu erfahren, oder haben Sie etwa alle BILD-Redakteure dazu aufgefordert Ihr Buch „Der Aufmacher“ zu lesen? Übrigens der damalige Chefredakteur der BILD, Herr Tiedtje ist bis heute bekennender Nicht-Leser Ihres Buches und trotzdem konnten Sie sich mit ihm über Ihre damalige Arbeit unterhalten und streiten.</p>
<p>Falls Sie dennoch von der Güte Ihres Vorschlages überzeugt sind, dann plädiere ich dafür, dass Sie sich für eine „Gesamt-Abrahamitische“ Leseveranstaltung in Köln einsetzen, die alle Religionen und deren Vertreter einem Test unterzieht, nennen wir ihn den „Wallraffschen Toleranz-Test“:</p>
<ul>
<li><strong>An einem Freitag</strong> findet die von Ihnen gewünschte Lesung des Buches „Die satanischen Verse“ in der Moschee Köln-Ehrenfels statt. Übrigens, die Begeisterung, mit der das Moschee-Projekt von Nicht-Muslimen aufgenommen wird, ist ein beeindruckender Toleranzindikator für die Mehrheitsgesellschaft von Köln!</li>
<li><strong>An einem Samstag</strong> findet in der Kölner Synagoge eine Lesung des Buches „Die geheimen Protokolle der Weisen von Zion“ wahlweise das Buch „Die Holocaust Industrie“ von Norman G. Finkelstein, statt.</li>
<li><strong>An einem Sonntag</strong> findet im Dom zu Köln eine Lesung aus der Buchserie „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Karl Heinz Deschner statt, wahlweise eine Lesung aus Gerd Lüdemanns Büchern.</li>
</ul>
<p>Geht Ihnen dieser Vorschlag zu weit, nun dann sollten Sie Ihr Vorhaben grundsätzlich überdenken, weil ich es sonst nur als eine auf Muslime ausgerichtete Gewissensprüfung und für einen arroganten Akt der Diskriminierung empfinden kann.</p>
<p>Falls Sie meinen, dass Empfindungen in der von Ihnen angestoßenen Debatte keine Rolle spielen sollten, möchte ich Sie daran erinnern, dass Muslime in Deutschland bereits seit Jahren eine Empfindungskultur durch die Mehrheitsgesellschaft erfahren, in der z. B. das Kopftuch einer Muslima als Kampftuch und das Minarett einer Moschee als Eroberungsanspruch <strong>empfunden</strong> wird. </p>
<p>Gleiches Recht für alle, gleiche Pflichten für alle, oder doch nicht, wie hätten Sie es denn gern Herr Wallraff?</p>
<p>Ihre Initiative für eine angebliche erzieherische Literarisierung der Muslime in diesem Land ist mir genauso fremd wie die nur scheinbar klugen Rechtsexpertisen mancher Extremisten. </p>
<p>Einmal waren Sie in Ihrem Leben physisch bereits „Ganz Unten“, wäre es nicht besser, wenn Sie Ihren Geist mal nach „Ganz Oben“ bemühen, anstatt mich als Muslim und meine Geschwister im Glauben mit Ihren Forderungen an einen in Selbstgerechtigkeit wurzelnden Pranger zu stellen?</p>
<p>Das von Ihnen geschätzte Buch des Schriftsteller Rushdies hat für mich und viele Muslime genauso viel mit geistigem Fortschritt zu tun, wie Gustav mit Gasthof, und in Anlehnung an das oben erwähnte Gleichnis über die Literatur, sollten Sie Muslime nicht dazu zwingen, die Blumen in Ihrem literarischen Garten bewundern zu müssen, nicht jedes blühende Unkraut verdient Beachtung.</p>
<p>In diesem Sinne,</p>
<p>M. Belal El-Mogaddedi<br />
Hannover, 16.07.2007</p>
<p>P.S.: Das Buch des von Ihnen zu einer Ikone der muslimischen Aufklärung stilisierten Autors habe ich gelesen. Allerdings bin ich zum Schluss gekommen, dass ich wie Millionen von Muslimischen Glaubensgeschwistern in diesem Land sehr gut ohne diese verklärte Form der Oberlehrenhaften und ignoranten Aufklärung leben kann, um als muslimischer Homo Rationalis im Leben zurecht zu kommen.<br />
Bereits der Geheimrat J.W. von Goethe wusste es:</p>
<blockquote><p>„Am Ende kann doch nur ein jeder in seinem eignen Sinne aufgeklärt werden“.</p></blockquote>
<p>Mit diesem Selbstverständnis lässt es sich hervorragend ohne den von Ihnen so bejubelten Rushdie-Ismus leben.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Westen und seine Vorurteile gegenüber den Muslimen-Eine Bestandsaufnahme und ein Versuch der Aufklärung</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jul 2007 12:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[“Das Vorurteil ist ein Floß, an das sich der schiffbrüchige Geist klammert.“ Zunächst eine ausgewählte Bestandsaufnahme: „Alle Muslime sind potentielle Terroristen“ „Muslime sind christenfeindlich“ „Muslime sind judenfeindlich“ „Der Islam ist intolerant und eine blutrünstige Religion“ „Muslime sind antiwestlich“ „Muslime sind antidemokratisch“ „Muslime sind frauenfeindlich“ „Muslime sind integrationsfeindlich“ „Muslime sind minderwertig“ „Muslimische Länder sind unsicher. Muslime [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=14&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Das Vorurteil ist ein Floß,<br />
an das sich der schiffbrüchige Geist<br />
klammert.“</p>
<p>Zunächst eine ausgewählte Bestandsaufnahme:</p>
<p>„Alle Muslime sind potentielle Terroristen“<br />
„Muslime sind christenfeindlich“<br />
„Muslime sind judenfeindlich“<br />
„Der Islam ist intolerant und eine blutrünstige Religion“<br />
„Muslime sind antiwestlich“<br />
„Muslime sind antidemokratisch“<br />
„Muslime sind frauenfeindlich“<br />
„Muslime sind integrationsfeindlich“<br />
„Muslime sind minderwertig“<br />
„Muslimische Länder sind unsicher. Muslime sind ein fanatisierter Mob“<br />
„Irak, Iran, Syrien sind das „Reich des Bösen“</p>
<p>Dies sind nicht die einzigen Vorurteile, die über Muslime im Gebrauch sind, aber sie sind in der aktuellen Diskussion über das wechselseitige Verhältnis des „Westens“ und der Muslimischen Welt die am weitesten verbreiteten (Fehl)-Ansichten.</p>
<p>Landläufig ist man der Auffassung, dass ein Vorurteil eine wertende, häufig negative, wenig reflektierte Meinung darstellt.<br />
Hinsichtlich der Muslime existiert in der so genannten nicht-muslimischen Welt und in diesem Fall dem so genannten (christlichen? jüdischen?) „Westen“ ein Reichtum von Vorurteilen gegenüber von Muslimen, der in seiner beständigen historischen Starrheit unerschütterlich erscheint. (Dem Begriff „Westen“ wird das „so genannt“ vorausgeschickt, weil auf der Basis des universalen Selbstverständnisses des Islams keine geographischen Grenzen für den Islam existieren.)</p>
<p>Muss man sich über negative Vorurteile den Kopf zerbrechen?<br />
Muss man sich mit Ihnen auseinandersetzen?<br />
Muss man sie Ernst nehmen?<span id="more-14"></span></p>
<p>Leider Ja, denn negative Vorurteile dienen einem Zweck und ihrer Kreation liegt ein Motiv zugrunde. Jedes negative Vorurteil stellt eine These dar, über die sich der Schöpfer des Vorurteils im Umkehrschluss positiv zu definieren sucht.<br />
Niemand ist davor gefeit, sich ein Vorurteil zu bilden bzw. sich einem Vorurteil zu ergeben, dies gilt insbesondere für den weiten Bereich der Politik, der selten bei der Verfolgung politischer Ziele ohne die Festlegung auf parteiische Vorurteile auskommt.<br />
Einem Vorurteil zu erliegen und  auf der Basis einer Voreingenommenheit zu entscheiden kann heutzutage angesichts der vielfältigen Informationsmöglichkeiten kaum  gerechtfertigt werden.<br />
Die Konsequenzen einer auf Vorurteilen basierenden individuellen Haltung,  einer auf Vorurteilen basierenden Politik können nämlich verheerend sein.</p>
<p>Keiner hat dies besser erkannt als der verstorbene große Sir Peter Ustinov, der an dieser Stelle zitiert werden soll:</p>
<p>„Keinem Menschen fällt es ein, Vorurteile in die Welt zu setzen, die sich sofort widerlegen lassen. So würde niemand behaupten, alle Deutschen seien Zwerge. Und die Nazis kamen nicht auf den Gedanken, den Juden kalte Augen nachzusagen. Kein vernünftiger Mensch hätte eine solche Behauptung geglaubt, weil er ja schon an der nächsten Straßenecke Juden mit freundlichen Gesichtern begegnet wäre. Die Nazipropaganda arbeitete subtiler, indem sie behauptete, die Juden seien geizig, raffgierig und verschlagen. Auf diese Weise konnten sie das reine Ressentiment produzieren. Schlichte oder angstvolle Gemüter gingen nun davon aus, dass ein Jude, der einem freundlich begegnete, besonders verschlagen war und sich gut verstellen konnte. Gegen die perfiden Vorurteile der Nazis hatten die Angeklagten keine Chance.“</p>
<p>Das Problem ist nicht das Vorurteil per se, denn schon Nietzsche pflegte zu sagen, dass jedes Wort ein Vorurteil sei, aber wie von Sir Ustinov richtig erkannt, ist das raffinierte Vorurteil von großer Gefährlichkeit, da es dem Zielobjekt keine Chance der Richtigstellung und der Erklärung lässt.<br />
Aus diesem Grund ist die fortdauernde Vorurteilsbekämpfung mit Aufklärungscharakter von größter Wichtigkeit und in Anbetracht des aktuellen Verhältnisses zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen von größter Bedeutung; wobei sich die Schieflage dieses Verhältnisses in der Politik ausgeprägter manifestiert als in dem alltäglichen gesellschaftlichen Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. Der verdächtige Umstand, dass die aktuelle „westliche“ Globalpolitik sich zweckdienlicher Vorurteile zu bedienen scheint, sollte zu denken geben. </p>
<p>Anknüpfend an die bereits erwähnte Auffassung, dass ein Vorurteil eine wenig reflektierte Meinung darstellt, stellt man bei der Betrachtung der gegen Muslime gerichteten Vorurteile das genaue Gegenteil fest. Vorurteile über Muslime entspringen nicht einer Bierlaune und sind auch nicht Produkt eines Deliriums. Dem Vorurteil über die Muslime liegt eine im Okzident erfundene Geisteswissenschaft zugrunde:</p>
<p>Die Orientalistik.</p>
<p>Es ist diese Forschungsrichtung, die seit Jahrhunderten, mit wenigen Ausnahmen, versucht, Muslime zu stigmatisieren und zu etikettieren.<br />
Da ein Vorurteil nicht nur einem Zweck dient, sondern auch ein Mittel der Eigendarstellung, Selbstdefinition und -wahrnehmung ist, darf es sicherlich nicht überraschen, dass die Orientalistik ihre Prägung durch theologisch qualifizierte bzw. religiös orientierte Nicht-Muslime erfuhr und erfährt.<br />
Die Orientalistik ist in ihrem Ursprung mitnichten eine unabhängige und neutral forschende Wissenschaft, sie bedient sich vielmehr dem Prestige der unbefangenen Wissenschaft, um für die von ihr produzierten Vorurteile Akzeptanz einzufordern.<br />
Die Orientalistik taucht im Bezug auf den Islam in den seltensten Fällen tief in die Materie ein, wenn sie es tut, dann ohne notwendige Qualifikation. Einer Wassermücke gleich läuft sie auf der Wasseroberfläche, beobachtet und beurteilt individuelles muslimisches Verhalten und verallgemeinert diese in empirischer Prägung.<br />
Diese Konstellation erklärt vielleicht, warum das Verhalten eines Muslims fast immer mit den Fundamentalen Lehren des Islams identifiziert wird, so dass ein Misnomer wie “muslimischer Fundamentalist“, um einen Extremisten muslimischen Glaubens zu beschreiben, aus dem nicht-muslimischen Wortschatz fast gar nicht mehr wegzudenken ist.<br />
Das gegen Muslime gerichtete Vorurteil ist somit auch nahezu immer ein Angriff auf den Islam und ein Versuch, den Islam als minderwertige, und in diesem Fall in der Rangstufe nicht mit dem Christentum vergleichbare Religion, herabzuwürdigen.<br />
Möglicherweise ist es diese „westliche“ Grundhaltung, die die Begegnung zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen oft so schwierig gestaltet, denn das Vorurteil über Muslime und Islam verhindert ein Gespräch auf Augenhöhe.<br />
Die pauschale negativ ausgerichtete Be-(Vor)urteilung der Muslime ist genauso falsch wie eine exklusiv positiv ausgerichtete Be-Vorurteilung.<br />
Muslimophilie ist genauso unangebracht wie Muslimophobie .</p>
<p>Ja es gibt sie,</p>
<p>die potentiellen muslimischen Terroristen,<br />
die muslimischen Judenfeinde,<br />
die muslimischen Christenfeinde,<br />
blutrünstige Muslime,<br />
Muslime, die den Islam intolerant auslegen,<br />
die Muslime, die den Westen verachten,<br />
die Muslime, die frauenfeindlich,<br />
antidemokratisch und integrationsfeindlich sind.</p>
<p>Und???</p>
<p>Sind etwa alle Muslime kriminell und minderwertig, nur weil eine Handvoll Muslime rechtswidrig handelt?<br />
Dieses oberflächliche Sammelsurium von gegen Muslime und Islam gerichteten Vorurteilen, ist nicht nur unsinnig, es ist auch Ausdruck einer arroganten, selbstgefälligen Überheblichkeit des „Westens“. </p>
<p>Warum???</p>
<p>Gibt es denn nicht auch den potentiellen christlichen und jüdischen bzw. westlichen Terroristen,<br />
die christlichen und jüdischen bzw. westlichen Muslimfeinde,<br />
die Christen und Juden im Westen, die die so genannte islamische Welt verachten,<br />
die Christen und Juden, die ihre zentralen Glaubensbücher intolerant auslegen<br />
die Juden und Christen im so genannten Westen, die frauenfeindlich, antidemokratisch und integrationsfeindlich sind?</p>
<p>Selbstverständlich!</p>
<p>Gibt es nur den jüdischen, christlichen bzw. westlichen Gutmenschen?</p>
<p>Mitnichten!</p>
<p>Dieses wohl zubereitete Ragout von Vorurteilen ist Ausdruck eines geistigen Unvermögens des Westens, sich differenziert mit den Problemen in der Muslimischen Welt auseinanderzusetzen- vielleicht mit gutem – westlichen- Grund!</p>
<p>Es darf nicht heißen „Alle Muslime sind potentielle Terroristen“, sondern „Alle Menschen sind potentielle Terroristen“, denn Terrorismus kennt weder Religion noch Nationalität.<br />
Terrorismus kennt nur Opfer. </p>
<p>Möglicherweise sind auch die Täter Opfer, ihrer die Welt in „Gut“ und „Böse“ aufteilenden absolutistischen Ideologie, freilich sind  sie strafwürdige Opfer ihrer Engstirnigkeit!<br />
Abgesehen von den möglichen Definitionen des Begriffes „Terrorismus“ über die sich trefflich streiten ließe, ist das Potential im Terrorismus sein Heil zu suchen, in jeder Religionsgemeinschaft vorhanden.<br />
Angesichts der Existenz einer langen Historie von Terroristengruppen in Europa, ist die Aussage „Alle Muslime sind potentielle Terroristen“, geradezu lachhaft. </p>
<p>Die deutsche (westliche) RAF, die italienischen (westliche) Rote Brigaden, die spanische (westliche) ETA, die irische (westliche) IRA, die korsische (westliche) FLNC sind keine Erfindungen von Muslimen, sondern Erscheinungen in einem Europa, das sich so gerne positivistisch auf seine christlich-jüdischen Wurzeln beruft, diese aber im Negativfall offensichtlich zu vergessen scheint.</p>
<p>Die zionistischen Organisationen Irgun Zvai Leumi, Hagana und Stern, die das unter einem britischen Mandat stehende Palästina mit Terrorangriffen überzogen sind auch keine Schöpfungen von Muslimen, sondern von Juden, die damals als Terroristen gesucht, nach der Gründung des Staates Israel die höchsten Staatsämter Israels besetzten und international hofiert wurden. Alle diesen genannten Organisationen standen „Westler“ vor!</p>
<p>Auf die lateinamerikanischen Terrorgruppierungen wie z.B. FARC und Tupamaros und den international agierenden katholisch erzogenen Terroristen Illich Ramirez Sanchez, besser bekannt unter seinem Kampfnamen „Carlos“ wie auch den katholischen Priester und Guerillakämpfer Camillo Torres, der in die charmante und attraktive Kategorie „Befreiungstheologe“ fällt, sei hier nur am Rande verwiesen.</p>
<p>Übrigens, die EU erfasst in ihrer Liste von anerkannten Terrororganisationen mehrheitlich Organisationen, die mit Muslimen nichts zu tun haben!</p>
<p>Wie bewertet man beispielsweise Timothy McVeigh, Terry Nichols und Michael Fortier, Mitglieder der so genannten &#8222;Michigan-Miliz&#8220;, einer US-regierungsfeindlichen bewaffneten Vereinigung, die mit der fundamentalistischen „Christian Identity“ in Verbindung gebracht wird, die einen Terroranschlag auf das 9-stöckige Murrah Federal Building in Oklahoma City am 19. April 1995 verübten, bei dem 168 Menschen ermordet wurden!</p>
<p>Wie bewertet man die in Uganda operierende „Lord Resistance Army“, deren Führer, die vom Internationalen Gerichtshof per Haftbefehl gesucht werden, sich dem Biblischen Christlichen Milleniarismus verschrieben hat? </p>
<p>Wie unsinnig es ist, Muslime zu „potentiellen muslimischen Terroristen“ zu degradieren und damit zu entwerten, lässt sich durch einen Blick auf eine andere Form des Terrorismus veranschaulichen, nämlich dem Staatsterrorismus.</p>
<p>Ist es nicht Terrorismus, wenn ein Land wie die – christlichen! -USA, dass sich als „God´s own country“ verklärt, seit 1959 durch die CIA terroristische Organisationen von Exilkubanern kreiert und finanziert, wie z.B. die Brigade 2506, Alpha 66, und international anerkannten Terroristen wie Luís Posada Carriles und Orlando Bosch Zuflucht und Schutz gewährt?<br />
Wie soll man das Urteil des Internationalen Gerichthofes verstehen, der die militärischen Aktivitäten der USA gegen Nicaragua von 1984-1985 (Contra-Krieg) als einen Akt &#8222;der ungesetzlichen Gewaltanwendung&#8220; verurteilt, wenn nicht als Terrorismus, dessen zentraler Bestandteil die ungesetzliche Gewaltanwendung ist?<br />
Und wie soll man den Abwurf einer Bombe am 8. August 1978 auf ein von Afroamerikanern bewohntes Haus bewerten, das Anhänger der MOVE &#8211; Bewegung um ihren spirituellen Mentor John Africa  im Ghetto der US-Amerikanischen Stadt Philadelphia besetzt hatten, wenn nicht als Paradebeispiel für inländischen Staatsterrorismus?<br />
Und sind die Abwürfe von Atombomben über Nagasaki und Hiroschima nicht auch Ausdruck eines terroristischen Denkens, weil sie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, und weil sie den Tod von Zivilisten als akzeptablen und willkürlichen Preis, und im besten Fall als ein notwendiges Übel für den Sieg der eigenen politischen Überzeugung vorsätzlich und Ziel gesetzt in Kauf nehmen?<br />
Ist der Einsatz eines Giftstoffes, wie „Agent Orange“ in Vietnam wirklich ein legitimes militärisches Einsatzmittel und nicht doch ein staatlich sanktionierter terroristischer Einsatz gewesen? </p>
<p>Ist z. B. die außergerichtliche Tötung von unzähligen Palästinensern durch die Heimstätte aller Juden, den Staat Israel nicht auch eine Form von staatlichem jüdischem Terrorismus?<br />
Wie beurteilen wir den 17. Oktober 1961, als in Paris unter dem Befehl des Pariser Polizeipräfekten Maurice Papon eine bis heute unbekannte Anzahl algerischer Demonstranten ermordet und in die Seine geworfen wurden? Westlicher – Christlicher &#8211; Laizistischer Terrorismus?<br />
Wie beurteilen wir die Tatsache, dass französische Behörden die Versenkung des Greenpeace-Schiffs „Rainbow Warrior“ im Pazifik anordneten?<br />
Wie sieht es eigentlich aus mit den Jakobinern der Französischen Revolution? Stellten deren Blutrausch, deren Hinrichtungen ihrer politischen Gegner am laufenden Band keine Akte von Republikanischen Terror dar?<br />
Wie beurteilen wir ein Regime wie das von A. Pinochet in Chile, eines von vielen lateinamerikanischen Terror &#8211; Regimen, das Tausende Regimegegner ermorden und verschwinden ließ? Entstammten die Pinochets und ihre Schergen nicht ausschließlich katholischen Wiegen?<br />
Wie beurteilen wir die kommunistische Terrorherrschaft eines Stalins, der in einem russisch-orthodoxen Haushalt erzogen worden ist?<br />
Wie beurteilen wir die terroristische Politik des bekennenden russisch-orthodoxen Vladimir Putin im Kaukasus? Russisch-Orthodoxer Terrorismus?<br />
Wie beurteilen wir die menschenverachtende Ideologie des Russisch-Orthodoxen Lenin, einer Ideologie, der Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind? Russisch Orthodoxer bzw. Russisch-Orthodoxer geprägter Terrorismus?<br />
Wie beurteilen wir die von Gewalt geprägte kolonialistische Lebenseinstellung der Juden Ehud Olmert, Ariel Sharon, Menachem Begin, Ezer Weizmann und Theodor Herzl, der es zu verdanken ist, dass Millionen Palästinenser seit über 50 Jahren als Flüchtlinge überleben müssen?<br />
Wie beurteilen wir die verblendete Großmachtpolitik des bekennenden Christen George W. Bush jun., die ohne Rücksicht auf Verluste, ganze Staaten dem Niedergang weiht?<br />
Die obigen Beispiele belegen, dass das Potential eines Muslims zum Terroristen zu werden, genauso ausgeprägt ist, wie das Potential eines Juden und eines Christen als Terrorist zu enden.<br />
Der Versuch Muslime weltweit als „potentielle Terroristen“ darzustellen, ist Teil einer Berechnung, keine Verschwörung wohlgemerkt, die Politik mit neuen Feindbildern auszustatten sucht. Es ist ein politischer Beitrag, um von eigenen historischen Fehlern abzulenken. Es ist ein Versuch die eigenen Terrorakte zu relativieren. Es ist ein Versuch, sich der Verantwortungen für politische Fehlentwicklungen, die man selbst verschuldet hat, zu entledigen.<br />
Es gibt ihn nicht den terroristischen Muslim, genauso wenig wie es den terroristischen Juden oder den terroristischen Christen gibt.<br />
Es gibt den potentiellen muslimischen Terroristen nur dann, wenn wir begreifen, dass er nur in der Verbindung mit dem jüdischen als auch christlichen potentiellen Terroristen existieren kann.<br />
Islam hat nichts mit Terrorismus zu tun und der Quran ist genauso wenig ein Handbuch für Terroristen wie die Bibel und die Thora. Die muslimische Position zum Terrorismus ist eindeutig und klar, wie z. B. ein Blick auf die websites  „Muslime – Gegen &#8211; Terror. de“ und  „Nindi. de“ (Nindi = Nicht im Namen des Islam) beweist.<br />
Aber Pathologische Wahrnehmungsresistenz bzw. Selektive Wahrnehmung lässt sich damit nicht heilen, bei fundamentalistischer Verklärung hilft keine auch noch so fundierte Aufklärung.<br />
Muslime verurteilen muslimisierten Terrorismus genauso, wie sie judaisierten und christianisierten Terrorismus verurteilen.<br />
Es ist nicht nur recht und billig muslimisierten Terrorismus zu verurteilen, eine Verurteilung ist unerlässlich.<br />
Verurteilungswürdig sind aber auch der im Namen der messianisch anmutenden Verbreitung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechte ausgeübte Terrorismus und der Terrorismus im Namen der angeblichen Selbstverteidigung.</p>
<p>Ein muslimischer Terrorist ist ein potentieller Nicht-Muslim!</p>
<p>Ein jüdischer Terrorist ist ein potentieller Nicht-Jude!</p>
<p>Ein christlicher Terrorist ist ein potentieller Nicht-Christ!</p>
<p>Wie ist es um das Verhältnis des Muslims zum Christen und zum Juden bestellt?</p>
<p>Das Verhältnis eines Muslims zu einem Andersgläubigen wird in erster Linie nicht durch ihn selbst,  seinen Intellekt, seine ethnische Zugehörigkeit oder seine politische Orientierung, auch nicht durch die Staatsideologie des Landes in dem er lebt definiert, sondern durch die im Quran festgehaltene göttliche Offenbarung. Sie und die Tradition des Propheten legen verbindlich fest, wie ein Muslim sich gegenüber einem Andersgläubigen zu verhalten hat.</p>
<p>Aus diesem Grund wird an dieser Stelle der Quran zitiert, denn es heißt in „Al-Baqara“, der zweiten Sure im Vers 256:</p>
<p>„Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ </p>
<p>In „Al-Kafirun“,der Sure 109 wird das Toleranzgebot des Islams und das Verhalten eines Muslims gegenüber Andersgläubigen in folgende Worte gefasst worden:</p>
<p>Sprich: &#8222;O ihr Ungläubigen! Ich diene nicht dem, dem ihr dient, und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene. Und ich werde nicht Diener dessen sein, dem ihr dient, und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene. Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion.&#8220;</p>
<p>Und in „Al-Hudschurat“	, der 49. Sure im Vers 13 heißt es:</p>
<p>„Oh ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.“</p>
<p>Diese drei Zitate sind einige von vielen Stellen aus dem Quran, die belegen, dass das Toleranzgebot ein zentraler Glaubensartikel des Islams ist, und kein Muslim einen Nicht-Muslim zum Islam zwingen darf, dass die parallele Existenz unterschiedlicher Glaubensrichtungen eine Realität menschlichen Lebens ist, und  damit der Schöpfer letztendlich die absolute richtende Instanz darüber ist, wer sich tatsächlich seinem Willen ergeben hat.</p>
<p>Einem Muslim ist es nicht gestattet, Juden oder Christen auf der Basis ihres Glaubens zu miss- und zu verachten. Der politische Dissens, der heute in großen Teilen die Atmosphäre zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen vergiftet, hat seine Wurzeln nicht in der Religion der Muslime.<br />
Der Dissens hat politische Ursachen und kann nur politisch gelöst werden, auch wenn kriminelle Glaubensextremisten und Bekenntnisvergewaltiger der an diesem Dissens beteiligten Seiten ihre jeweiligen Religionen bemühen, um ihre kriminellen Handlungen  zu rechtfertigen.</p>
<p>Ein Muslim muss jeden Christen und Juden in seiner Religion achten, der Quran verpflichtet den Muslim in seinem Bekenntnis die Propheten Moses und Jesus als Propheten Gottes anzuerkennen.<br />
In „Al-Imran“, Sure 3, Vers 84 wird dies explizit und ohne Einschränkung deutlich gemacht:</p>
<p>Sprich: &#8222;Wir glauben an Allah und an das, was auf uns herabgesandt worden ist, und was herabgesandt worden ist auf Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und die Stämme (Israels), und was gegeben worden ist Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn; wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen, und Ihm sind wir ergeben.&#8220;</p>
<p>Judenfeindlichkeit und Christenfeindlichkeit stellen nicht die Lebensparameter eines Muslims dar. Sie sind schon gar keine Glaubensgrundsätze des Islams. </p>
<p>Koexistenz, in diesem Zusammenhang das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Religionen, ist ein gewichtiger Bestandteil des Islam und friedliche Koexistenz, freilich nicht im Sinne von Rüstungsausgewogenheit, war den Muslimen schon lange vor Nikita Chruschtschow ein Begriff.</p>
<p>Alvaro, der Bischof von Cordova hatte bereits im neunten Jahrhundert A.D. die Koexistenz zwischen Muslimen und Christen mit folgenden Worten festgestellt:<br />
&#8222;Viele meiner Glaubensgenossen lesen die Gedichte und Märchen der Araber, sie studieren, die Schriften der muslimischen Theologen und Philosophen, nicht um sie zu widerlegen, sondern um zu lernen, wie man sich auf korrekte und elegante Weise im Arabischen ausdrückt. Wo findet man heute einen Laien, der die lateinischen Kommentare über die heiligen Schriften liest? Wer unter ihnen studiert die Evangelien, die Propheten, die Apostel?<br />
Ach, alle jungen Christen, die sich durch ihr Talent bemerkbar machen, kennen nur die Sprache und Literatur der Araber! Sie lesen und studieren aufs eifrigste die arabischen Bücher, legen sich mit enormen Kosten große Bibliotheken davon an und sprechen überall laut aus, diese Literatur sei bewundernswürdig! Redet man ihnen dagegen von christlichen Büchern, so antworten sie mit Geringschätzung, diese Bücher verdienten nicht ihre Beachtung! O Schmerz, die Christen haben sogar ihre Sprache vergessen, und unter Tausende von ihnen findet man kaum einen, der einen erträglichen lateinischen Brief zu schreiben versteht; dagegen wissen Unzählige, sich aufs eleganteste im Arabischen auszudrücken und Gedichte in dieser Sprache mit noch größerer Kunst als die Araber selbst zu verfassen.&#8220;<br />
Diese Feststellung des Bischofs überrascht nicht darin, dass sie auf die überwältigende Tragweite der von Muslimen geprägten Wissenschaften hinweist, sie überrascht vielmehr darin,  dass sie in Form einer Wehklage gehalten ist! Vielleicht fällt es dem “Westen“ schwer Ebenbürtigkeit oder auch Überlegenheit jenseits seiner Entfaltungs- und Einflußsphären zu akzeptieren. Möglicherweise ist dieser Umstand ein Indiz dafür, dass die Ursachen für das angespannte Verhältnis zwischen Muslimen und Christen auch vor der Tür der Nicht-Muslime zu finden sind, vor denen nur allzu selten gekehrt wird. Das Vorurteil als selbstgerechter Selbstschutz?<br />
Die Existenz eines – interessanterweise offensichtlich integrationsunwilligen ! &#8211; christlichen Bischofs im muslimisch geprägten und von Muslimen beherrschten Spanien des neunten Jahrhunderts ist außerdem die beste Entkräftung der Ansicht, dass der Islam mit „Feuer und Schwert“ ausgebreitet worden sei.<br />
Der Chronik von  Michael dem Syrer entnehmen wir, dass der Patriarch  bei der Einnahme Jerusalems mit seinem Schwert alles niedermähte und niederrannte bis er triefend vor Blut zur Grabeskirche gelangte. Dort wusch er die Blutverklebten Hände und Arme mit den Worten des Psalmisten:</p>
<p>“ Der Gerechte freut sich in dem Herrn, wenn er solche Rache sieht. Er badet seine Hände im Blut der Gottlosen.“</p>
<p>Der Islam eine blutrünstige Religion???</p>
<p>In dieser religiösen Haltung kann man als Muslim kein Vorbild sehen!<br />
Für Heilige Inquisition und Heilige Kriege und Kreuzzüge können Muslime bis heute keinen haltbaren Anhaltspunkt in ihrer Religion finden. </p>
<p>Die von fanatischen jüdischen, christlichen und muslimischen Hasspredigern immer wieder angeführten „Belege“ aus dem Quran, die einen in der Religion der Muslime verwurzelten Antisemitismus bzw. eine Christenfeindlichkeit aufzuzeigen suchen, besitzen eine gemeinsame<br />
(Dis-)Qualifikation: </p>
<p>Ignorante Oberflächlichkeit!</p>
<p>Die Ideologie des geistigen Terrorismus bereitet dem buchstäblichen Terrorismus den Nährboden. Was hat das mit Islam zu tun? Was hat das mit Religion und mit Religiösität zu tun?<br />
Am Rande sei nur bemerkt, dass die Juden Spaniens in der Zeit der Inquisition nicht Schutz bei ihren christlichen Geschwistern suchten, sondern im muslimischen Nordafrika, dort wurden sie nicht verfolgt.</p>
<p>Der gebetsmühlenartige Vorwurf an die Muslime antiwestlich und antidemokratisch zu sein, ist auch Ausdruck einer Selbstgerechtigkeit, die viel über die Haltung der so genannten Demokraten und der so genannten Westler verrät.<br />
Gibt man in der Internetsuchmaschine „google“ den Begriff „antiwestlich“ ein erhält man ganze 868 Treffer, während bei dem Suchbegriff „antiislamisch“ 2050 Treffer angezeigt werden.<br />
Ist dies nur eine dumme Spielerei ohne Aussagewert? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht!</p>
<p>Aber wie definieren wir heute „Westen“?</p>
<p>Ist „Westen“ mehr als nur eine geographische Bestimmung?<br />
Ist der „Westen“ eine monolithische politische Entität?<br />
Ist der „Westen“ gleich bedeutend mit „Nato“?<br />
Ist „Westen“ eine Ideologie, und wenn ja worauf beruht sie?<br />
Ist die Außenpolitik der USA im Bezug auf die Muslimische Welt heute repräsentativ für „den Westen“?<br />
Ist gar die USA gleichbedeutend mit dem „Westen“?<br />
Ist die postkolonialistische Außenpolitik europäischer Staaten im Bezug auf die Muslimische Welt repräsentativ für „den Westen“?<br />
Ist der Begriff „der Westen“ ein Euphemismus für einen Staatenverbund, der sich über eine gemeinsame Außenpolitik im Bezug auf die Muslimische Welt definiert?<br />
Ist der „Westen“ eine Wertegemeinschaft, und wenn ja für welche Werte steht er? </p>
<p>Bevor einem Muslim Antiwestlichkeit unterstellt werden kann, sollte der Westen sich selbst definieren! </p>
<p>Gleichzeitig muss der „Westen“, wie auch immer er sich selbst wahrnimmt und versteht, akzeptieren, dass keine internationale Konvention darüber existiert, die von Muslimen dieser Erde eine uneingeschränkte pro-westliche  Solidarität einfordert. Meinungsfreiheit und souveräne Meinungsbildung sind nicht dem „Westen“ allein vorbehalten.<br />
Das Verhältnis der Staaten untereinander unterliegt anderen Gesetzesmäßigkeiten.<br />
Schließlich ist es ein „Westler“ gewesen, nämlich Charles de Gaulle, dem die Einsicht „Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, sondern nur Allianzen“ zugeschrieben wird.<br />
Jeder, der Muslimen eine anti-westliche Haltung unterstellt ignoriert willentlich die Präsenz von Millionen von Muslimen in „westlichen Kernländern“, er ignoriert auch die Präsenz muslimischer Mehrheiten in Bosnien, Albanien und dem Kosovo und muslimischer Minderheiten in Griechenland und Bulgarien.<br />
Muslimisches Leben im „Westen“ mit anti-westlicher Grundhaltung ist im besten Fall masochistisch aber fern jeder muslimischen Realität.<br />
Die Präsenz dieser „westlichen“ Muslime belegt, dass es im „Westen“ viel Neues gibt, nur dass der „Westen“ sich nicht daran gewöhnen will. Muslimen eine anti-westliche Einstellung zu unterstellen ist ein unheilvoller Versuch, den „Westen“ muslimfrei zu gestalten!   </p>
<p>Einem Muslim fällt es sicherlich schwer sich angesichts der besorgniserregenden Situationen im Irak, in Palästina, in Afghanistan, im Libanon, in Somalia usw. mit dem „Westen“ im Sinne von westlicher Außenpolitik zu identifizieren.<br />
Der „Westen“ fällt in den genannten Gebieten  zum einem durch extremistische Passivität und zum anderen durch extremistischen Aktionismus, aber in keinem Fall durch Redlichkeit und Tugend auf. Damit haben auch viele Nicht-Muslime im „Westen“ ein Identifikationsproblem.</p>
<p>Die vermeintliche antiwestliche Haltung der Muslime ist im Grunde genommen eine Ablehnung westlicher Außenpolitik, der es augenscheinlich schwer fällt, sich von ihrem kolonialen Habit, der weiterhin vorzuschreiben sucht, was für Muslime gut und heilsam ist, zu verabschieden.</p>
<p>Wie ausgeprägt dieser Habit immer noch ist, kann man an der Darstellung der  Haltung des Westens zur Demokratie in der muslimischen Welt geradezu exemplarisch ablesen, und man kann feststellen,  dass nicht Muslime antidemokratisch gesinnt sind, sondern der „Westen“ selbst nicht gewillt ist, wahrhaftige demokratische Prozesse und vor allem demokratische Resultate in der Muslimischen Welt zu ertragen und zu akzeptieren.<br />
Das vom „Westen“ für muslimische Demokratiebestrebungen aufgezeigte Ende der demokratischen Fahnenstange lässt sich, um nur einige Beispiele zu nennen, mit folgenden Personen und Ereignissen verbinden:</p>
<p>Mossadegh im Jahr 1954 im Iran, Menderes im Jahr 1961 in der Türkei, Iran 1979 (bis heute), Parlamentswahlen in Algerien 1991, Parlamentswahlen in Palästina 2006.</p>
<p>Im Gegenzug ist der Hang des Westens, antidemokratische Strukturen in der Muslimischen Welt zu fördern, zu unterstützen und zu pflegen derart ausgeprägt, dass er dafür ein neues, frisches geradezu jungfräuliches politisches Axiom erfunden hat: </p>
<p>Stabilität</p>
<p>Die Frage in wessen Interesse der „Westen“ diese Stabilität bewahrt sehen will, soll an dieser Stelle besser nicht thematisiert werden.<br />
Auf diesem Schafott der westlichen  Auffassung von Stabilität ist so mancher demokratisch gesinnter Muslim geendet.</p>
<p>Muslime zu antidemokratischen Wesen zu erklären ist ein weiterer Beleg dafür, dass der „Westen“ nicht gewillt ist, sich von seinem rassistisch geprägten Denken loszulösen, einem Denken, dessen charakteristische Eigenschaft die bigotte Vorgabe ist, im selbstlosen, uneigennützigen Interesse zu handeln.<br />
Es ist diese Heuchelei des „Westens“, die Muslimen ihre natürliche Würde raubt und sie entmenschlicht. Der „Westen“ muss davon ablssen Muslime weiterhin auf dem Wege der „Menschwerdung“ und der „Zivilisation“ zu „assistieren“.<br />
Er muss aufhören Vormund zu sein, denn sein Leumund ist wahrlich nicht ohne Fehl und Tadel.</p>
<p>Etwas weniger scheinheiliges „Moralin“ und etwas mehr Selbstdiagnose stünden dem „Westen“ gerade im Zusammenhang mit der Beurteilung demokratischer Entwicklungen in der muslimischen Welt gut zu Gesicht. Dazu muss der „Westen“ aber zunächst erlernen, die demokratischen Prozesse und die demokratischen Resultate in der muslimischen Welt, die sich jenseits seiner Willkür und seiner Wunschvorstellungen entwickeln, auszuhalten.<br />
Demokratie und Muslime sind miteinander vereinbar und, um hier einen islamischen Rechtsgelehrten zu zitieren, wer das Gegenteil behauptet, „der versteht weder etwas von Demokratie noch vom Islam“.<br />
Der „Westen“ versteht im Augenblick im Hinblick auf die muslimische Welt von beidem gar nichts!</p>
<p>In einer anderen Disziplin versucht sich der „Westen“ mit geradezu Missionarischem Eifer, als Musterschüler für die Muslime zu etablieren.<br />
Der Muslimischen Frauenfeindlichkeit wird die angebliche „westliche“ Frauenfreundlichkeit entgegengesetzt.<br />
Hier ist nicht der Platz, die Stellung der Frau im Islam zu erörtern bzw. darzustellen, da zu diesem Thema sehr viel Material existiert, dass im „Westen“ kaum gelesen wird, es sei denn der Autor trägt den Namen Necla Kelek, Ayyaan Hirsi oder Irschad Manji, und empirisiert eigene Negativ-Erfahrungen, bekennt sich zum Atheismus und ist homosexuell, in diesem Fall lesbisch.</p>
<p>Muslimische Männer sind nicht weniger frauenfeindlich als durch die Schule der Aufklärung gegangene „westliche“ Männer.</p>
<p>Ja, es gibt Muslime, die ihren Frauen schulische Bildung vorenthalten.<br />
Ja, es gibt Muslime, die ihre Frauen prügeln.<br />
Ja, es gibt Muslime, die Frauen entrechten.<br />
Ja, es gibt Muslime, die Frauen als Wesen zweiter Klasse betrachten.</p>
<p>Aber was hat dies damit zu tun, dass diese Verbrecher Muslime sind?</p>
<p>Denn,</p>
<p>Ja, es gibt auch „Westler“, Juden und Christen die ihre Frauen als Menschen zweiter Klasse betrachten,<br />
Ja, es gibt auch „Westler“, Juden und Christen, die ihre Frauen entrechten,<br />
Ja, es gibt auch „Westler“, Juden und Christen, die ihre Frauen prügeln und ihren Frauen eine Bildungschance vorenthalten?</p>
<p>Platzen die Frauenhäuser westlicher Gesellschaften etwa aus allen Nähten, weil dort muslimische Frauen Zuflucht suchen?<br />
Ist die Tatsache, dass Frauenbeauftragte im „Westen“ existieren nicht auch ein Hinweis darauf, dass es um die Stellung der Frau im „Westen“ auch nicht besonders bestellt ist?</p>
<p>Dieses dümmliche Gerede über die Muslimische Frauenfeindlichkeit dient nur dem Zweck, den Islam zu diskreditieren und ihn indirekt, aber auch immer mehr direkt, als ein Grundübel der Rückständigkeit der muslimischen Gesellschaften zu verteufeln.<br />
Frauenfeindlichkeit als Produkt der religiösen Orientierung eines Muslims darzustellen  ist nur dann gerechtfertigt, wenn die existierende Frauendfeindlichkeit im so genannten fortschrittlichen „Westen“ ebenso als Produkt einer wie auch immer gearteten „westlichen“ Ideologie festgestellt wird.<br />
Ein Muslim ist nicht frauenfeindlich, weil er Muslim ist, sondern weil er mit unendlicher, beschränkender Dummheit geschlagen ist.<br />
Diese Krankheit der Dummheit verbindet ihn mit dem „westlichen“ Frauenfeind, dem jüdischen Frauenfeind, dem christlichen Frauenfeind, denn auch diesen Frauenfeinden sei unterstellt, dass ihr Fehlverhalten nicht Produkt ihrer „westlichen“ Aufklärung bzw. religiösen Orientierung ist.</p>
<p>Ein Blick in die muslimische Welt erlaubt, darauf zu verweisen, dass frauenfeindliche Verhaltensmuster muslimischer Männer anders erklärt werden muss, als mit der Religionszugehörigkeit.</p>
<p>Anhand des vom „Westen“ gerne als argumentatives Paradebeispiel verwendeten Zustandes des vermeintlichen Bildungsrückstandes der muslimischen Frau , soll verdeutlicht werden, dass der Vorwurf des „Westens“, dass Muslime frauenfeindlich sind, gerade in diesem Bereich der faktischen Realität nicht standhalten kann:</p>
<p>Der „westliche“ Angriff gegen die Taleban in Afghanistan im Jahr 2001 hat in der „westlichen“ Öffentlichkeit in dem Moment große Akzeptanz erfahren, als man der Öffentlichkeit vermitteln konnte, dass dies auch ein Befreiungsfeldzug für die entrechtete muslimische afghanische Frau sei.<br />
Nach dem Krieg konnten Hilfsorganisationen auch für die unsinnigsten Hilfsprojekte in Afghanistan großzügige Geldspenden erwarten, wenn ein Projekt einen Frauenbezug hatte.<br />
Das Regime der Taleban in Afghanistan war nicht nur für Frauen eine dunkle Zeit, aber weder die Situation der Frau in Afghanistan noch die Einstellung der Taleban zu Frauen kann als repräsentativ für die Situation der Frauen in der muslimischen Welt gewertet werden.<br />
Jenseits der politischen Hetz- und Kampfparolen, die Kopftücher zu Kampftüchern degradieren und Frauen als willenlose dem muslimischen männlichen Unwesen ausgelieferte und untertänige Opfern darstellt, existiert gerade im Bildungswesen der muslimischen Welt eine Realität, die im Westen kaum wahrgenommen wird.</p>
<p>Wer weiß schon, dass in dem muslimischen Ägypten  30 % aller Professoren weiblich sind?<br />
Nach einer Statistik aus dem Jahr 1995/96 waren 28.9 % aller Dozenten im FB Humanmedizin, 40.5 %, aller Dozenten im FB Zahnmedizin, 43.3 % aller Dozenten im FB Pharmazie und 13.7 % aller Dozenten im FB Agrarwissenschaft in Ägypten weiblich!<br />
Wer weiß schon, dass im muslimischen Iran weit über 60 % aller Studenten weiblich sind, dass man jetzt über die Einführung einer Männerquote nachdenkt?<br />
Wer weiß schon, dass die iranische Frau erst nach der Islamischen Revolution das Wahlrecht erhalten hat?<br />
Wer weiß schon, dass im muslimischen Katar an der dortigen Dependance der Carnegie Mellon Universität 73 % der Studenten weiblich sind, im allgemeinen Durchschnitt sind es 69 %?<br />
Im muslimischen Algerien sind es 44 %, im muslimischen Ägypten 35 %, im muslimischen Jordanien 45 %, im muslimischen Kuwait 67 %, im muslimischen Oman 50 %, und sogar im muslimischen Pariastaat Sudan sind 45 % aller Studenten weiblich!</p>
<p>(Quellen: UNESCO, The Higher Education System in the Arab States (1993), und Egyptian Supreme Council of Universities (1995-96).</p>
<p>Nach einer Statistik des bundesdeutschen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft aus dem Jahr 2001 sind 10 % aller Professoren an deutschen Universitäten weiblichen Geschlechts. Für das Jahr 2005 hatte man sich das Ziel gesetzt, diese Zahl zu verdoppeln, damit würde man aber immer noch hinter dem muslimischen Ägypten aus dem Jahr 1995 liegen!<br />
Hier wird nicht der Versuch unternommen, Missstände gerade im Bezug auf die Behandlung von Frauen in der Muslimischen Welt schön zu reden, denn es gibt Probleme, aber jeder Kritik sollte eine Auseinandersetzung mit den Fakten vorangehen, dann kann Kritik konstruktiv wirken.<br />
Die Muslimisierung bzw. Islamisierung von sozialen Defekten muss aufhören, wenn im „Westen“ das Interesse an Wandel tatsächlich Ernst gemeint ist.<br />
Etwas mehr Demut und etwas weniger kokette Eitelkeit auf Seiten des „Westens“ würden erheblich dazu beitragen, die Gesprächsatmosphäre zwischen dem „Westen“ und der Muslimischen Welt zu verbessern.</p>
<p>Zum Abschluss dieses Themas vielleicht doch noch ein kurzer Verweis in die muslimische Tradition der Familiennamengestaltung. Die erst seit einigen wenigen Jahren existierende Möglichkeit im deutschen (westlichen) Gesetz, einer Frau die Möglichkeit einzuräumen, nach der Heirat ihren Geburtsnamen beizubehalten, ist unter Muslimen seit 14 Jahrhunderten eine religiöse Pflicht. Die muslimische Frau war nie Eigentum ihres Mannes, deswegen muss sie nach islamischer Rechtsprechung auch nicht den Familiennamen ihres Ehegatten annehmen! Infolgedessen kennen Muslime die Gütertrennung auch schon seit 14 Jahrhunderten.<br />
Und Kanzlerinnen und Präsidentinnen haben in muslimisch geprägten Ländern eine längere Tradition als z.B. in Deutschland.</p>
<p>Schenkt man der momentanen Debatte über das Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen im europäischen Kontext Beachtung, so wird man feststellen, dass im Zentrum der gesellschaftlichen Debatten, die vermeintliche Muslimische Integrationsfeindlichkeit steht.<br />
Die innerdeutsche Integrationsdiskussion wird von Begriffen wie „Leitkultur“ (Lammert) und absonderlichen Aussagen wie „Kirchtürme statt Minarette“ (Koch) &#8222;Wer hier lebt, der muss sich auch anständig benehmen&#8220; (Söder). &#8222;Deutschland und Europa sind von christlich-abendländischen Werten geprägt, nicht von Dschihad und Scharia.“ „Hier gilt das Grundgesetz, nicht die Scharia“ &#8220; (Stoiber) beherrscht. </p>
<p>Was verbindet die Mehrheitsgesellschaft eigentlich mit dem Begriff „Integration“?<br />
Ist sie überhaupt bereit, im soziologischen Sinn von Integration eine Minderheit in ihre soziale Mitte aufzunehmen?<br />
Ist sie in der Konsequenz gewillt die Herstellung eines Neuen Ganzen zuzulassen?<br />
Ist sie geneigt die Einbindung von Muslimen in ihrer Gesellschaft unberührt, ganz und unversehrt zuzulassen, denn dies ist der eigentliche Sinn des griechischen Begriffes „entagros“ von dem sich der Terminus „Integration“ ableitet? </p>
<p>Bereitwillige Integrationsfreundlichkeit seitens der Mehrheitsgesellschaft ist Voraussetzung dafür, dass Integration gelingt.<br />
Interpretiert man die obigen Zitate, dann kommt man zum Schluss, dass mit „Integration“ Assimilation, Unterwerfung und Entfernung vom Islam gemeint ist. Davon ist jedoch ein Muslim, der seinen Glauben Ernst nimmt weit entfernt.<br />
Eine Integrationsbereitschaft der aufnehmenden Gesellschaft setzt auch voraus, dass die Worthülse „Integration“ mit Inhalten gefüllt wird, die aussagekräftiger sind als obige Bierzeltparolen.</p>
<p>Der an Muslime gerichtete Vorwurf der Integrationsfeindlichkeit ist nicht haltbar, solange die Mehrheitsgesellschaft sich nicht veränderungsbereit zeigt. Für einen Muslim in einer mehrheitlich nicht-muslimischen Gesellschaft zu leben ist gleichermaßen eine Herausforderung, wie die Bereitschaft der Mehrheitsgesellschaft, Muslime in ihrer Mitte leben zu lassen.<br />
Das Problem vor dem Muslime und Nicht-Muslime in Deutschland stehen ist die Tatsache, dass sich in einer sich globalisierenden Welt, die Statik volksethnisch geprägter Gesellschaften verändert.<br />
Durch den Islam wird ein Muslim zum bekennenden Weltbürger erzogen, dies ist der Gedanke, der dem Begriff „Ummah“ zugrunde liegt. Im Islam daheim, aber in der Welt zuhause!<br />
Ein Muslim muss sich nicht nur gegenüber seinen Glaubensgeschwistern als Muslim verhalten, er muss sich auch gegenüber Nicht-Muslimen als Muslim verhalten, und er kann dies nur tun, wenn er seiner Religion Folge leisten kann und darf, ohne dafür kriminalisiert zu werden.<br />
Ein Muslim kann seine Religion nicht abstreifen, wie einen Mantel, er wird dazu aufgefordert der quranischen Prämisse „gebieten, was recht ist, und verbieten, was verwerflich ist“ zu folgen, und er ist dazu verpflichtet, dieses unabhängig von seinem Aufenthaltsort zu tun.<br />
In der Tat kann diese muslimische Position zu Problemen führen, weil die Beurteilung eines Sachverhaltes durch einen Muslim sich im Gegensatz zu einer von einer Mehrheit definierten Auffassung befinden kann. Dies sollte eine Gesellschaft, die Meinungsvielfalt als Bestandteil ihrer demokratischen Grundordnung versteht, aber aushalten können.<br />
Es ist falsch diese Orientierung eines Muslims an seinem „inneren Maßstab“, ein vom ehemaligen Bundespräsidenten  Richard von Weizsäcker geprägter Begriff, als Integrationsverweigerung zu verstehen. Gegen den Strom zu schwimmen, kann nämlich sehr anständig sein, auch wenn dies ein Herr Söder (s. o) anders sehen mag.</p>
<p>Unterordnung per Anordnung ist nicht in Ordnung!</p>
<p>Der Respekt vor der Verfassung, dem Grundgesetz, die Beachtung der Rechtsvorschriften, die Beachtung der allgemeinen Umgangsregeln ist für Millionen Muslime in Deutschland und Europa eine Selbstverständlichkeit. Ein Muslim wird durch seine Religion aufgerufen, sich dem Land gegenüber, in dem er sich aufhält, loyal zu verhalten. Dies bedeutet aber nicht Kadavergehorsam, sondern diese Loyalität zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich als eine kritische Loyalität offenbart!<br />
Dies führt natürlicherweise zu Reibungsmomenten und Auseinandersetzungen in Gesellschaften, die von einem „Religiösen Analphabetismus“ geprägt sind.<br />
Es ist dieser Analphabetismus, dem sich Muslime bewusst nicht beugen, denn „Muslime in Europa ohne Islam“ kann es nicht geben.<br />
Ein  Schweizer Muslim mit ägyptischem Hintergrund hat das Eigenverständnis muslimischer Präsenz folgendermaßen definiert:<br />
&#8222;I am Swiss by nationality, Muslim by religion, Egyptian by memory and European by culture.”<br />
Wenn die Mehrheitsgesellschaft begreifen würde, welcher geistiger Reichtum und welche freimütige Offenheit in diesem Satz verborgen sind, dann könnte die Integrationsdebatte endlich niveauvoll und jenseits  der schrecklich hohlköpfigen Auseinandersetzung um das Kopftuch, der simplistischen Ehrenmord- und Zwangsheiratsdebatte, der Kriminalisierung von Scharia, der islamischen Gesetzgebung und allem was damit an muslim-feindlicher und dümmlicher Betrachtungsweise des muslimischen Lebens zusammenhängt, geführt werden.<br />
Muslime sind integrationsbereit, aber nicht nur im materiellen Sinne, sondern sie wollen auch jenseits finanzieller Kosten-Nutzenrechnungen ihren Beitrag in der Gesellschaft, in der sie leben, leisten.<br />
Ist die nicht-muslimische Mehrheitsgesellschaft bereit, diesen muslimischen Beitrag anzuerkennen, anzunehmen und darauf einzugehen, ohne das Lied der schleichenden muslimischen Unterwanderung anzustimmen, und ohne einer muslimischen Position Minderwertigkeit zu unterstellen?</p>
<p>Muslim zu sein bedeutet nicht, minderwertig zu sein, auch wenn im „Westen“ diese Ansicht verbreitet sein mag. Muslime nehmen sich selbstverständlich nicht als minderwertige Wesen wahr.<br />
Kein Mensch wird als minderwertiges Wesen geboren. Minderwertigkeit an der religiösen Orientierung eines Menschen festzumachen ist genauso falsch, wie in einem religiösen Bekenntnis einen menschlichen Mehrwert und / oder eine Auserwählung zu erkennen.<br />
Der Superioritätskomplex ist die gegenwärtige Krankheit des Westens und steht im eklatanten Widerspruch zur muslimischen Selbstwahrnehmung<br />
und -verpflichtung.<br />
Muslim zu sein bedeutet, um Gerechtigkeit bemüht zu sein, denn wenn man eine zentrale Eigenschaft im muslimischen Charakter benennen müsste, würde man an dem Begriff „Gerechtigkeit“ nicht vorbeikommen können.<br />
Der Quran ist in dieser Hinsicht eindeutig und aus diesem Grund sei hier aus ihm zitiert:</p>
<p>„O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen der Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tun kundig.“  (Sure 5 „Al-Maida“, Vers <img src='http://s2.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_cool.gif' alt='8)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>An einer anderen Stelle im Quran heißt es:</p>
<p>„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.“ (Sure 16 „An-Nahl“, Vers 90)</p>
<p>Ein Muslim ist dazu aufgerufen sich für  den Triumph der Gerechtigkeit einzusetzen, selbst wenn dieser Einsatz seinen angeblichen Eigeninteressen zuwider zu laufen scheint.<br />
Vielleicht ist hier der zentrale Konfliktpunkt zwischen dem so genannten „Westen“ auf der einen Seite und den Muslimen auf der anderen Seite der seit dem Beginn der Kolonialzeit existierenden Ungleichung.<br />
„Westliche“ Außenpolitik im Bezug auf die Muslimische Welt wird von einem zentralen Kardinalfehler geformt, der zwar vom „Westen“ als Objektivität angepriesen wird, aber in der Realität einer anderen Anordnung Folge leistet:</p>
<p>Dem Doppelten Standard!</p>
<p>Es ist dieser doppelte Standard, durch den der „Westen“ Muslime kontinuierlich zu minderwertigen Menschen degradiert.<br />
Es ist dieser doppelte Standard, der unter Muslimen Feindseligkeit gegenüber und Abneigung für den „Westen“ erzeugt.<br />
Es ist dieser doppelte Standard, der Menschen in verzweifelte, aber eindeutig kriminelle Selbstmordattentate treibt, weil sie glauben keinen anderen Ausweg zu haben.<br />
Es ist dieser doppelte Standard, der Extremismus einen fruchtbaren Nährboden bietet.<br />
Der Kipling´sche Satz “East is East and West is West, and the twain shall never meet” ist keine natürliche Gott gegebene und unveränderbare Realität, aber es ist dieser doppelte Standard, der diese Realität hervorzubringen sucht.<br />
Der Umgang mit der Palästinafrage, die einseitige  Haltung zu Israel, der Einmarsch im Irak, der Angriff auf Afghanistan, die Kriminalisierung von demokratisch gewählten Regierungen in Ländern mit muslimischen   Mehrheiten, die Kriminalisierung von Muslimen durch die Politik und in den Medien, die Unterstützung von Unrechtsregimen in muslimischen Ländern, die die eigene Bevölkerung für die Ergebung in westliche Politikdiktate bluten lässt, und aktuell die totale Verweigerung das staatsterroristische Vorgehen Israels gegen den Libanon zu verurteilen, geschweige denn dagegen einzuschreiten, sind nur einige wenige Beispiele der letzten sechzig Jahre, in denen der „Westen“, seinen Superioritätskomplex zu manifestieren suchte und sucht.</p>
<p>All dies geschieht im Namen einer Gerechtigkeit, von der jedoch schon Platon bemerkte: „Die schlimmste Art von Ungerechtigkeit ist vorgespielte Gerechtigkeit.“<br />
Die Haltung „…gerecht zu handeln, uneigennützig Gutes zu tun….“ ist in einem Zeitalter der Zurschaustellung von Macht durch brutale Gewalt offensichtlich fehl am Platz und wird vielleicht gerade deshalb vom „Westen“ als muslimische Minderwertigkeit fehl interpretiert.<br />
Die westliche Justitia ist nur scheinbar schön und blind, in Wirklichkeit ist sie hässlich, unausgewogen und rassistisch.<br />
Ein Vorbild für Muslime ist sie in ihrer Minderwertigkeit nicht!</p>
<p>Die Wahrnehmung von Muslimen als minderwertige Menschen durch den „Westen“ ist Ausdruck einer dem Rassismus zugrunde liegenden Geisteshaltung, die, spätestens seit der so genannten Reconquista Spaniens, nicht nur versucht, Muslimische Gestaltungs- und Schaffenskraft zu negieren,  zu verleugnen und zurückzuweisen, sondern sie versucht darüber hinaus den Islam als eine wertlose Religion zu diskreditieren.<br />
Aus diesem Grund ist dieses Vorurteil besonders gut dafür geeignet, die gewaltsame Aufoktroyierung westlicher Politik und westlicher Denkdiktate  als einen Dienst an der Muslimischen Welt zu vermitteln.<br />
Mit diesem in der Ideologie des Kolonialismus verwurzelten Denkmuster, erlaubt es sich der „Westen“ im Gewand des Edelmütigen eine „New World Order“ zu proklamieren.<br />
Das Blutopfer, das Muslime für diese experimentelle und undurchdachte Neuordnung erbringen, wird vom „Westen“ offensichtlich als vertretbares Abfallprodukt, da von minderer Qualität, betrachtet.</p>
<p>Wer den tausendfachen Tod von Muslimen, die Zerstörung zivilgesellschaftlicher Strukturen als „kreatives Chaos“ und „Geburtswehen“ (beide Zitate von C. Rice) und den Tod von 500.000 irakischen Kindern als „akzeptablen Preis“ (M. Albright) für den Fall eines Diktators, der unter keiner Sanktion zu leiden hatte, zu beschönigen sucht, ist weit davon entfernt, den eigenen Größenwahn zu erkennen, aber offensichtlich dem Geistesgut anheim gefallen, Muslime als minderwertige Menschen zu betrachten. </p>
<p>Frage:<br />
Wäre es im „Westen“ denkbar, die Mordexzesse einer anderen, dunklen Zeit, denen Nicht-Muslime zum Opfer gefallen sind im selben kreativen Licht zu sehen???</p>
<p>Das Bild von der Minderwertigkeit von Muslimen findet seinen Niederschlag in den „westlichen“ Medien, in denen Muslime selten als menschliche Individuen, sondern fast immer als Bedrohungsmasse und als emotionsgeladener fanatisierter Mob portraitiert werden.<br />
Die Macht des Bildes wird bewusst dazu eingesetzt, Muslime einem breiten, bereits verschreckten und verängstigten Publikum als elementare Bedrohung westlicher Kultur und westlicher Lebensweise zu präsentieren.<br />
In einem Bericht des Magazins „Stern„ vom 09.02.2006 über die muslimischen Proteste gegen die Veröffentlichung der Karikaturen über den Propheten des Islam wurden 12 kommentierte Fotos veröffentlicht. </p>
<p>Ein Auszug aus den Kommentaren:</p>
<p>Bild:<br />
BEIRUT Ein Geistlicher heizt die Stimmung aufgebrachter Gläubiger in der libanesischen Hauptstadt an. Das dänische Konsulat steht bereits in Flammen<br />
Bild:<br />
DAMASKUS Unter den Augen des Regimes Demonstranten haben in der syrischen Hauptstadt die dänische Botschaft gestürmt und angezündet. Es war der Aufruhr in einem Land, das sonst jede einzelne Kundgebung kontrolliert.<br />
Bild:<br />
LONDON Eine verschleierte Frau droht dem Rest der Welt auf einem Plakat mit dem &#8222;wahren Holocaust&#8220;<br />
Bild:<br />
LAHORE Wut auf die angeblichen Freunde Auch in Pakistan gehört das Verbrennen von Flaggen zum Ritual der Demonstranten. Das Land zählt zur westlichen Allianz gegen den Terror, doch der Einfluss der radikalen Muslime wächst<br />
Bild:<br />
NEU-DELHI Entrüstung auch in Indien. Ein Student brüllt Parolen gegen den Westen. Im Hindu-Staat Indien leben 145 Millionen Muslime. Das Land hat nach Indonesien und Pakistan die meisten Koran-Gläubigen der Welt.</p>
<p>Die Kommentare transportieren ein Zerrbild, dass dem Leser Angst vor muslimischen Geistlichen, Angst vor säkularisierten muslimischen Staaten, Angst vor verschleierten Frauen in der Mitte „westlicher“ Gesellschaften, Angst vor den mit dem „Westen“ verbündeten muslimischen Staaten und Angst vor „Koran-Gläubigen“ Minderheiten einflössen soll.<br />
Diese Form des „objektiven“, etwas anderen Bildersturmes westlicher Medien blendet indem sie ausblendet, dass z.B. zu diesem Anlass in ganz Europa Muslime friedlich demonstriert haben.<br />
Objektivität wird lästig, wenn es darum geht Muslime zu dämonisieren.<br />
Objektivität wirkt hindernd, wenn Stimmungsmache und Politik identisch werden.<br />
Zum Objektivitätsverlust  und -abbau gehört auch, dass man Angst vor Reisen in muslimische Länder schürt, denn wer sich selbst kein Bild von den tatsächlichen Lebenssituation in muslimischen Ländern machen kann, kann auch schneller Opfer der scheinbaren Medienexpertise werden; das wiederum nutzt der Politik. </p>
<p>Aber wie gefährlich ist das Reisen in die muslimische Welt tatsächlich?<br />
Nach einer Statistik der UN aus dem Jahre 1998 passierten in den christlichen USA hochgerechnet auf je 100.000 Einwohner 9.4 Morde, im christlichen Sao Tome sind es 23.8 Morde, im russisch orthodoxen Russland sind es 30,6 Morde, im katholischen El Salavdor sind es 13.4. im katholischen Kolumbien sind es sogar 80.0 und im Touristentraum Bahamas  10.8 Morde.<br />
Im muslimischen Ägypten sind es 0.5 Morde und im muslimischen Bahrain sind es 0.4 Morde auf 100.000 Einwohner.<br />
Nach einer Statistik der “National Safety Council&#8217;s 1998 Accident Facts” kamen im Jahr 1996 in den USA 1.500 Personen durch den Einsatz von Schusswaffen zu Tode. Besonders betroffen waren die Altergruppe der 15-24 jährigen und die Altersgruppe der 24-44 jährigen Personen, mit jeweils 450 Todesfällen.<br />
Hochgerechnet auf einen Zeitraum von vier Jahren, sind mehr Amerikaner durch den Einsatz ihrer Schusswaffen umgekommen, als durch die Anschläge vom 11.September 2001. </p>
<p>Die einseitige und negative Darstellung von Muslimen ist das Fundament auf dem man politische Programme entwickeln kann, um Staaten wie Irak, Syrien und Iran als Reich des Bösen zu disqualifizieren.<br />
Mit derartigen Umschreibungen versucht der „Westen“ Länder zu entkulturalisieren und zu barbarisieren, damit Mogelpackungen wie „Enduring Freedom“ zum globalen Verkaufsschlager avancieren, obwohl sie nur „Enduring Death“ und „Enduring Devastation“ hervorbringen.<br />
Im Kontrast zum muslimischen „Reich des Bösen“ erobert sich der „Westen“ das Antlitz des „Reich des Guten“.<br />
Selbstdefinition und positive Profilierung durch Verunglimpfung des Anderen, Schwarzweißmalerei als Ersatz für fruchtbare politische Auseinandersetzung.<br />
Androhung und Durchführung von Sanktionen und Gewaltmaßnahmen, die in ihrer Wirkung, unabhängig von ihrer Berechtigung, fast ausschließlich Zivilisten treffen.<br />
Das vermeintliche Reich des Guten arbeitet mit bösen Mitteln, wenn<br />
es mit schauderlichster Polemik den Sturm auf die muslimische Bastille des Bösen bläst.<br />
Mit gefälschtem Bildmaterial wird um Unterstützung gebuhlt.<br />
Auf der Grundlage von  Irreführungen werden Allianzen geschmiedet.<br />
Zur Erreichung fragwürdiger Ziele wird Politik durch Brandmarkung ersetzt, um Flächenbrände zu legen.<br />
Geduld erfordernde Diplomatie, die aber eine Anerkennung von Gesprächspartnern voraussetzt, wird dadurch vereitelt, dass man Gesprächspartner nicht anerkennt, denn das vermeintlich „Gute“ ist zu erhaben, als sich mit dem deklarierten „Bösen“ an einen Tisch zu setzen.<br />
Nach der Ausschaltung des Parias Irak und der Schaffung einer irakischen Destruktionsgesellschaft wird die Kimme auf Syrien und den Iran gerichtet.<br />
Syrien existiert nur noch als Unterstützer so genannter terroristischer Organisationen, Iran wird zum Atommeiler reduziert und darüber hinaus als Schurkenstaat definiert, der internationale Konventionen missachtet. Das sich in der „Allianz der Guten“ ein Staat wie Israel befindet, der im Zeitraum von 1955-1992 mehr als 65 UN-Resolutionen missachtet hat, wird wohl wollend und wissentlich akzeptiert. Respekt vor dem Gesetz ist Pflicht für Kriminelle, nicht für die, die kriminell handeln, denn das Gute kann nicht kriminell handeln!<br />
Es ist diese Darstellung, die es möglich macht, Öffentlichkeiten darauf vorzubereiten, dass die Hauptstädte und Städte des Bösen mit Bombenteppichen überzogen werden können, denn dies suggeriert, dass keine Menschen getötet werden, es wird nur das “Böse“ vernichtet!<br />
Es ist diese Darstellung, die es möglich macht, ganze Bevölkerungen zu enthumanisieren, damit mögliche Bombardements angenommen werden können, damit Massentötung als gute Tat idealisiert werden kann.<br />
In diesem wohl vorbereiteten Kontext spielt es keine Rolle mehr,</p>
<p>dass es im Iran 30-35.000 Juden gibt,<br />
dass es allein in Teheran 11 aktive Synagogen,<br />
zwei Restaurants mit koscherem Essen,<br />
ein Jüdisches Krankenhaus und<br />
einen jüdischen Friedhof gibt,<br />
dass es einen jüdischen Parlamentsabgeordneten gibt,<br />
dass Khomeini eine „fatwa“ zum Schutz der Juden im Iran verfasst hat, dass in den Städten Esfahan &#8211; mit 16 Synagogen ! &#8211; und in Schiraz ein ausgeprägtes jüdisches Gemeinwesen existiert,<br />
dass in der Zentralsynagoge von Schiraz zum Sabbath mehr als 500 Gläubige an den Gebeten teilnehmen?</p>
<p>Syrien in das Reich des Bösen aufzunehmen ist geradezu eine Verniedlichung des Bösen, denn nach dem verlorenen Krieg von 1967 und dem Verlust der Golanhöhen und dem Rückzug aus dem Libanon, hat sich Syrien aller Rhetorik zum Trotz als Papiertiger erwiesen. Furcht vor der Gefahr ist schrecklicher als die Gefahr selbst besagt ein afrikanisches Sprichwort. Mit der Furcht vor der Gefahr lässt sich jedoch wunderbar furchtbare Politik machen.<br />
In diesen Ländern wird man als „mutiger“ Besucher aus dem „Westen“ mit einer Wärme empfangen, die einem die Schamesröte ins Gesicht treibt, weil man feststellt, dass man im „Reich des Bösen“<br />
auf Menschen und nicht auf fanatisierte und auf Hass programmierte Roboter  trifft,<br />
am Wochenende Menschen entspannt promenieren und nicht hasserfüllt demonstrieren sieht,<br />
ohne Probleme religiöse und historische Stätten besuchen darf.</p>
<p>Impressionen, die ein „Stern“ nicht vermitteln kann oder will, weil er sich wie ein „Schwarzes Loch“ verhält!</p>
<p>Wie soll es weitergehen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen? </p>
<p>Allen bestehenden Vorurteilen über den Islam und Muslime zum Trotz, müssen Muslime mit Entschlossenheit gegen diese und viele andere Vorurteile vorgehen und initiativ bleiben bzw. werden.<br />
Muslime müssen sich gleichzeitig von der weit verbreiteten Opfermentalität lösen, weil diese Lähmungsprozesse und Aggressionsprozesse aktiviert, die absolut hinderlich sind, wenn sie mit dem „Westen“ ins Gespräch kommen wollen, sie im „Westen“ , aber auch gegen den „Westen“ bestehen wollen.<br />
Neues Selbstbewusstsein muss aber nicht wie ein Banner getragen werden, sondern in einer natürlichen Selbstverständlichkeit gelebt werden.</p>
<p>Und der „Westen“?</p>
<p>Der „Westen“ muss begreifen, dass er Muslimen auf Augehöhe begegnen muss, wenn er keine weiteren Konflikte heraufbeschwören will. Diese Begegnung auf Augenhöhe ist kein Abstieg, sondern ein Aufstieg, keine Verbeugung vor dem Muslim und keine Huldigung  des Muslimischen, es ist eine menschliche Selbstverständlichkeit.<br />
Die Verwerfung von Vorurteilen, Verblendungen und Parteilichkeit, wäre ein erster Schritt.</p>
<p>Der Kipling´sche Satz “East is East and West is West, and the twain shall never meet” ist heimtückisch, weil er die Tatsache der vielfältigen, seit Jahrhunderten andauernden, konstruktiven und gegenseitig befruchtenden Begegnungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, zwischen „westlicher Welt“ und „muslimischer“ Welt, verneint und nicht erkennt. Der „Westen“ muss erkennen, dass diesem Satz ein Ungeist zugrunde liegt, dessen er sich entledigen muss, will er von Muslimen als vertrauenswürdiger, rechtschaffener und zuverlässiger  Gesprächspartner Ernst genommen werden.</p>
<p>Akzeptanz des Reichtums der Diversitäten in Gleichberechtigung statt einer blassen, ausdruckslosen Uniformität, denn </p>
<p> „Es ist Unsinn, Türen zuzuschlagen, wenn man sie angelehnt lassen kann“. </p>
<p>Zum Abschluss ein Zitat aus der fünften Sure „Al-Maida“, Vers 48, dass nicht nur Muslimen als Augenöffner dienen sollte:</p>
<p>„Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins wart.“</p>
<p>Dieses Plädoyer für Diversität an Stelle von Uniformität könnte der Ausgangspunkt, vielleicht sogar eine Deklaration, für ein neues „Wir“ zwischen dem so genannten „Westen“ und der so genannten „Muslimischen Welt“ sein.</p>
<p>M. Belal El-Mogaddedi<br />
03.August 2006</p>
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		<title>Dumme Gedanken!</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jul 2007 18:41:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[„Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie.“ Wilhelm Busch Sehr geehrter Herr Innenminister Schäuble, der Sommer ist in Deutschland ins Wasser gefallen, es stürmt, regnet und donnert, vielleicht ist dies der inspirative Anlass für Ihren vorherbstlichen Geistesblitz in Sachen Terrorabwehr und innerer Sicherheit. Ein Handy- und Internetverbot für so genannte „Gefährder“ und als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=13&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Dumme Gedanken hat jeder,<br />
nur der Weise verschweigt sie.“<br />
Wilhelm Busch</p>
<p>Sehr geehrter Herr Innenminister Schäuble,</p>
<p>der Sommer ist in Deutschland ins Wasser gefallen, es stürmt, regnet und donnert, vielleicht ist dies der inspirative Anlass für Ihren vorherbstlichen Geistesblitz in Sachen Terrorabwehr und innerer Sicherheit.<br />
Ein Handy- und Internetverbot für so genannte „Gefährder“ und als Sahnehäubchen oben drauf der vorsorgliche Abschuss derselben, dies ist schon ein spannendes Paket, das Sie da zu schnüren versuchen. Übrigens der Begriff „Gefährder“ sollte von Ihnen abschließend definiert werden, denn wenn Sie darunter potentielle Terroristen verstehen, dann sind doch alle in diesem Land lebende Menschen denkbare Gefährder, Sie eingeschlossen, oder muss man einer bestimmten Religion angehören, um als „Gefährder“ eingestuft zu werden.!<br />
Dass die von Ihnen erdachten Verbote in der praktischen Umsetzung daran scheitern werden, weil die Polizeikräfte, angesichts der steten Personalreduzierung, gar nicht in der Lage sind, derartige Verbote durchzusetzen, daran haben Sie augenscheinlich nicht gedacht. An die gesetzlichen Hürden, die sich Ihnen entgegenstellen, erinnere ich gar nicht mehr, denn Gesetze ändert man ganz einfach, wenn man sie schon nicht ignorieren darf, dann hat alles wieder seine Richtigkeit, frei nach dem Motto „Was kümmert mich mein Geschwätz -pardon- Gesetz von gestern“.<br />
Apropos Stelleneinsparungen im Bereich der Polizei, steckt dahinter eigentlich Kalkül, um auf diese Weise den Einsatz der Bundeswehr im Inneren als unabdingbare Notwendigkeit zu postulieren?</p>
<p>Aber zurück zu Ihrem Thema, der Inneren Sicherheit! <span id="more-13"></span></p>
<p>Einige Ihrer Parteikollegen, die sich auf Ihre Seite schlagen, entpuppen sich seit einigen Tagen als große Anwälte der Freiheit des Denkens. Hoffentlich ist damit nicht nur „ihr“ Denken gemeint, denn ich möchte an dieser Stelle diese Freiheit ausdrücklich auch für mich in Anspruch nehmen und Ihnen als in Deutschland integrierter Muslim einige bedenkenswerte und freundlich gemeinte Vorschläge unterbreiten:<br />
Anstatt eines schwer durchzusetzenden Internet- und Handyverbotes vernäht man am besten allen Gefährdern, die natürlich vorher im Rahmen einer Fragebogenaktion &#8211; mittlerweile haben wir in diesem Land ja einschlägige Erfahrungen mit derartigen Unternehmungen &#8211; erfasst worden sind, die Augenlider und ihre Ohren verstopft man mit einer Art Dauer-Ohropax, selbstverständlich alles unter ärztlicher Aufsicht, wir leben ja in einem Rechtstaat. Falls kein Arzt zugegen sein sollte, „Tackern“ ginge auch, ist aber schmerzhafter!<br />
Diese Vorgehensweise hätte den großen Vorteil, dass der so eingeschränkte „Gefährder“ inaktiviert und damit gleichzeitig auf die Hilfe Dritter – möglicherweise ebenfalls potentielle Gefährder-  angewiesen sein wird, „Get two, three or even four for the price of one“ würden Ihre und die übrigen Anhänger US-amerikanischer  Sicherheitsgesetze verzückt rufen können!.<br />
Hasspredigern kann man als Option die Lippen zunähen oder s.o. zutackern, die moderne medizinische Ernährungstechnologie wird ein Verhungern zu verhindern wissen, und wenn es wider Erwarten doch Komplikationen geben sollte, sei es drum, wo gesägt wird fallen Späne.<br />
Falls auch diese rechtschirurgischen Eingriffe den Aktivitäten eines „Gefährders“ nicht Einhalt gebieten können, können wir immer noch auf notwendige chirurgische Amputationen zurückgreifen, wie sie in Guantanamo von Ihren amerikanischen Partnern praktiziert werden, sozusagen „Kollateralschäden des Inneren“. Yes Sir! Am besten statten Sie für alle Fälle die von Ihnen geplanten Internierungsstätten gleich mit einer kleinen operativen Einrichtung entsprechend aus. „Piece-keeping“ statt „Peace-keeping“, und Stück für Stück wird der Rechtsstaat  von Innen ausgehöhlt, Verzeihung an die neuen Herausforderungen adaptiert !</p>
<p>Das vorsorgliche Töten von „Gefährdern“, wie es auch von Ihrem Kollegen Norbert Geis so leidenschaftlich propagiert wird, ist letztlich auch keine richtige Lösung, wenn es um die Sicherheit der hier in Deutschland lebenden, schutzbedürftigen Menschen geht; Schließt Ihr Verständnis vom schutzbedürftigen Menschen mich als Muslim eigentlich ein???<br />
Vor 2000 Jahren ist der gute Herodes das Gefährderproblem viel eigenwilliger – und effektiver &#8211; angegangen, er hat in Bethlehem gleich alle Gefährder gewissermaßen entpotenzialisiert.<br />
Vielleicht kein gutes Beispiel, weil wir doch in einem säkularen Land leben und jegliche Bezugnahme auf eine Religion unangebracht ist. Kein Problem Herr Schäuble, weitere ein tausend Jahre in die Geschichte zurückgeblickt wird man auf den guten alten Pharao stoßen, der hatte die Herodisierung der Innenpolitik schon viel früher erfunden, allerdings, viel geholfen hat ihm das auch nicht, Gefährder sind phantasievolle Menschen, sie sind ein bisschen wie Unkraut, einfach nicht totzukriegen !</p>
<p>Mit dem klangvollen Begriff „Herodisierung“ könnten Sie Ihrem Parlamentskollegen Guido Westerwelle, der das böse Wort der „Guantanamoisierung der Innenpolitik“ in die Diskussion gebracht hat, ein Schnippchen schlagen. Im Wort Herodisierung steckt das feine englische Wort „Hero“, zu deutsch „Held“, und genau das erstreben Sie doch, ein Held der Inneren Sicherheit zu sein, nicht wahr?<br />
Bitte beachten Sie bei den diversen Gesetzesänderungen, grundgesetzliche eingeschlossen, diese multi-ideologisch, multi-ethnisch und multi-religiös zu formulieren, damit sich keiner der in diesem Land lebenden Menschen ausgegrenzt fühlen kann, denn es bleibt doch dabei, die Würde des Menschen, das schließt Muslime ein, ist unantastbar, oder doch nicht?<br />
Abschließend möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, dass mich an Ihrer Gedankenfreiheit, diese schließt bekanntlich alle, also auch geistesarme Gedanken mit ein, doch etwas beunruhigt.<br />
Haben die Eiferer dieser Welt nicht auch irgendwann in ihrem Leben damit begonnen die zu Ihrer Verteidigung von Ihrer Parteikollegin Angela Merkel ins Feld geführte Gedankenfreiheit  für feuergefährliche Gedankenflüge – bitte entschuldigen Sie das unbeabsichtigte Wortspiel &#8211; zu missbrauchen?<br />
Sind abstruse Gedanken nicht die Grundvoraussetzung für die schauderlichsten Handlungen?<br />
Sollte man in einer Position der öffentlichen Verantwortung nicht zu allererst die Konsequenzen bedenken, bevor ein gesponnener Gedanken den Weg in die Öffentlichkeit findet?<br />
Manches Hirngespinst dürfte das Licht der Welt einfach nicht erblicken, dazu zähle ich mit Verlaub auch das Ihrige!</p>
<p>mit freundlichen Grüßen<br />
M. Belal El-Mogaddedi<br />
10.07.2007</p>
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		<title>“Der letzte Vogel im Garten” &#8211; Ein Bericht aus Kabul</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2007 18:53:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>M. Belal El-Mogaddedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Schwierigkeiten ein Seminar in Kabul/Afghanistan zum Thema “Selbstmordattentate aus Islamologischer Sicht” durchzuführen. Der unscheinbare Kämpfer! Der Islamgelehrte Maulawi Khumaro ist ein älterer Herr von fast 75 Jahren. Auf seinem Kopf trägt er einen sauber gebundenen Turban, der in mehreren, flachen Lagen um eine kleine blau-weiss gestickte Mütze gewickelt ist. Das hagere Gesicht wird [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mokka.wordpress.com&amp;blog=654381&amp;post=11&amp;subd=mokka&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über die Schwierigkeiten ein Seminar in Kabul/Afghanistan zum Thema “Selbstmordattentate aus Islamologischer Sicht” durchzuführen.</p>
<h3>Der unscheinbare Kämpfer!</h3>
<p>Der Islamgelehrte Maulawi Khumaro ist ein älterer Herr von fast 75 Jahren. Auf seinem Kopf trägt er einen sauber gebundenen Turban, der in mehreren, flachen Lagen um eine kleine blau-weiss gestickte Mütze gewickelt ist. Das hagere Gesicht wird von einem dünnen, länglichen und schneeweißen Bart eingerahmt. </p>
<p>Sein bis zu den Fußknöcheln reichender, beigefarbener Mantel mit Stehkragen, den er trotz des warmen Wetters bis zum Halsansatz  zugeknöpft trägt, kann den schmächtigen Körperbau des Gelehrten nur dürftig kaschieren. Spätestens bei der Begrüßung, die landesüblich immer von einer Umarmung begleitet ist, nimmt man den von lebenslanger Askese geformten dürren Körper wahr.</p>
<p>Maulawi Khumaro wirkt nicht nur auf den ersten Blick unscheinbar. Man sieht ihm an, dass er ungern im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Seinen Namen „Khumaro“ traegt er zu Recht, denn in die deutsche Sprache übersetzt bedeutet sein Name „ruhig“, und tatsächlich er ist die Ruhe in Person.</p>
<p>Doch, wenn die Sprache auf die Lehren des Islams kommt, dann erkennt man den Gelehrten, der leidenschaftlich, energisch und hellwach für ein Verständnis des Islams eintritt, dass sehr weit von dem extremistischen Gedankengut manch selbst ernannter Islamologen vom Schlage eines Mullah Omar, Mullah Dadullah Aiman Al-Sawahiri, des Chefideologen von Al-Qaida, entfernt ist.<br />
In Afghanistan beschreibt man weit auseinanderliegende Standpunkte auch gerne mit dem Satz „Ein Unterschied wie zwischen Himmel und Erde“. Diesem Sprichwort fühlt sich dieser unscheinbare Mann, der sich unablässig gegen die unzulässigen und unqualifizierten Interpretationen des Islam ausspricht, verpflichtet. </p>
<p>Seit über einem Jahr setzt er sich sich intensiv mit der Ideologie des Selbstmordattentates auseinander. Jede freie Minute seiner knapp bemessenen Zeit, denn „hauptberuflich“ engagiert er sich in der unabhängigen Friedenskommission von Afghanistan, widmet er der geistigen Auseinandersetzung mit diesem Thema. </p>
<p>Er vermerkt die Ergebnisse seiner Studien penibel in einem kleinen, blauen DIN A 5 großen Heft, dass er in der Innentasche seines Mantels trägt. In dieses kleine Büchlein hat er mittlerweile unzählige Zitate aus dem Koran und der Sammlung der authentischen prophetischen Überlieferungen eingetragen, und er kommt zum Schluss:</p>
<blockquote><p>Das Selbstmordattentat verstösst gegen alle Grundsätze des Islams.Der Islam ist in seiner Ablehnung des Selbstmordes kategorisch und eindeutig, darüber kann man gar nicht diskutieren, weil die Islamologie in ihrer Eindeutigkeit zu diesem Thema überhaupt keinen Raum für eine derartige Diskussion zulässt. Jeder, der das Gegenteil behauptet , kann aus den Quellen des Islams eine Rechtfertigung fuer das Selbstmordattentat nicht herleiten. Absurde gegenteilige Behauptungen von Verfechtern des Selbstmordattentates als eine mit dem Islam vereinbare kriegerische Taktik stellen nicht mehr als persönliche Hirngespinste dar.</p>
<p><strong>Das Selbstmordattentat ist ein Verbrechen gegen den Islam!</strong></p>
</blockquote>
<p>Maulawi Khumaro spricht diese Worte voller Überzeugung, und es ist ihm wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Einsicht nicht das Ergebnis persönlicher Reflektionen darstellt, sondern kristallklarer Ausdruck der Islamischen Lehre ist, und dies seit 14 Jahrhunderten.</p>
<p>Dieser Gelehrte befindet sich nicht in Europa, in Deutschland, wo das Recht auf das freie Wort ein hohes Gut darstellt. In einem Land wie Afghanistan, eine derartige Position in der Öffentlichkeit zu vertreten, kann lebensgefährlich sein. Nur noch wenige Islamologen von Rang und Namen trauen sich, derartig offen gegen die Prediger der Selbstmord-Ideologie Stellung zu beziehen.</p>
<p><span id="more-11"></span></p>
<h3>Die Taktik der Einschüchterung</h3>
<p>Im Herbst des vergangenen Jahres entging der hoch angesehene 45-jährige Imam der über eintausend Jahre alten Zentralmoschee von der im Westen Afghanistans gelegen Kulturstadt Herat, Herr Hebatullah Fazeli, nur knapp einem Anschlag eines Selbstmordattentäters. Sein „Vergehen“ bestand darin das Selbstmordattentat im Rahmen einer Freitagspredigt als unislamisch zu verurteilen. Bei dem Anschlag verlor er ein Bein, das andere wurde von Explosionsfragmenten durchsiebt. Seit dem Mordversuch hat er das gemeinschaftliche Gebet in der Moschee nicht mehr leiten können. Auf Anraten seines Arztes wurde er zur strikten Bettruhe verpflichtet, um auf diese Weise das verbliebene aber immer wieder anschwellende Bein, vor einer Amputation zu bewahren. </p>
<p>Bis Anfang Mai 2007 haben 30 Gelehrte ihr Leben verloren; ihr „Verbrechen“ war die Mitgliedschaft im unabhängigen Gelehrtenrat Afghanistans. Dieser hat sich immer und immer wieder öffentlich gegen Selbstmordattentate ausgesprochen. Die afghanische Regierung zahlt den Hinterbliebenen dieser mutigen Männer umgerechnet 3.000 Euro, doch damit kommt man auch in einem armen Land wie Afghanistan nicht weit. </p>
<p>Die verbrecherische Taktik der Einschüchterung führt dazu, dass sich kaum jemand davon überzeugen lässt, dass ein öffentliches Seminar zur Ächtung des Selbsmordattentates möglich ist. Ein Imam einer großen Moschee von Kabul bringt es bei einem Treffen in Vertretung seiner anwesenden Imam-Kollegen mit folgenden Worten auf den Punkt:</p>
<blockquote><p>Jeder weiß, dass Selbstmordattentate gegen den Islam verstossen. Schon oft haben wir uns in unseren Freitagspredigten gegen diese Perversion der Lehren unserer Religion ausgesprochen. Mittlerweile vergeht jedoch kaum eine Woche in der wir keine Morddrohungen bekommen. Die Anrufer teilen uns mit, dass wir bisher nur aus einem Grund verschont geblieben sind, man will für uns nicht eine Kugel oder eine Mine „verschwenden“, die Messer, mit denen wir enthauptet werden sollen, würden bereits geschärft. Wer schützt uns und unsere Familien, wenn wir an öffentlichen Veranstaltungen zur Ächtung des Selbstmordattentates teilnehmen. Nicht selten haben wir an Versammlungen und Konferenzen teilgenommen und unser Wissen zur Verfügung gestellt, nur um am Ende einer Veranstaltung im aufgewirbelten Staub der gepanzerten und scheibengetönten Fahrzeuge der Politiker, die uns zur Teilnahme an derartigen Versammlungen auffordern, alleine stehen zu bleiben. Niemand sorgt sich um unsere Sicherheit, niemand fragt uns, wie wir mit den täglichen Bedrohungen umgehen. Unser Wissen und unser Leben hat ganz offensichtlich keinen schutzwürdigen Wert.</p></blockquote>
<p>Die Extremisten scheinen mit ihrer Taktik der Verbreitung von Angst und Schrecken die Auseinandersetzung um die Interpretationshoheit über den Islam zu gewinnen. </p>
<p>Niedergeschlagenheit macht sich unter den Gelehrten breit, selbst akademisch gebildete Gelehrte, die an der alt-ehrwürdigen ägyptischen Al-Azhar Universität in Kairo studiert und promoviert haben, halten sich mittlerweile in ihren Freitagspredigten von den „heißen Eisen“ fern und die Frage nach der Vereinbarkeit der Islamischen Lehre mit der Ideologie des Selbstmordattentates ist ein Eisen, aus dem die selbst ernannten Ideologen des Extremismus die Messer schmieden, mit denen sie ihren Gegnern die Kehlen durchschneiden!</p>
<p><!--more--></p>
<h3>Einfache Antworten?</h3>
<p>In einem Gespräch mit dem Leiter der Direktion für Moscheeangelegenheiten erfährt man, dass bereits ein Student im ersten Semester der Ausbildung am Islamologischen Institut von Kabul in der Lage wäre die zentralen Fragen zu beantworten, die das Seminar mit der Problematik des Selbstmordattentates verbindet. Die Frage nach der Grenze zwischen Märtyrertum und der bewussten, unerlaubten Selbstötung, die Frage nach der Legalität des Einsatzes des kämpferischen Suizids, die Frage nach der Einhaltung der Rahmenbedingungen, die der Islam einem Muslim für den Fall eines militärischen Konfliktes vorschreibt, die Frage nach der Konditionierung und Legalisierung des gewaltsamen Widerstandes, Auszüge aus einem Fragenkomplex, der versucht in die Substanz des Problems zu erfassen, um auf diese Weise zu qualifizierten Antworten zu kommen. </p>
<p>Wenn die Antworten auf diese Fragestellungen tatsächlich jedem, der sich in den Anfängen seines Studium der Islamologie befindet, erschließen, warum hat ein Land wie Afghanistan, und nicht nur dieses (!) dann mit dieser Plage des Selbstmordattentates zu kämpfen? </p>
<p>Warum fällt es den Rattenfängern, die den Islam für ihre Ziele schändlich missbrauchen so leicht, junge Menschen in die Irre zu führen?</p>
<p>Warum erreicht die kristallklare Botschaft des Islams dann nicht die Köpfe und Herzen vieler junger Menschen in Afghanistan?<br />
Auf diese Frage kann auch der junge Leiter der Direktion für Moscheeangelegenheiten keine Antwort geben. Auch die während des Gespräches anwesenden Imame sind nicht in der Lage auf diese Frage eine Antwort zu geben. </p>
<p>Die plötzliche Sprachlosigkeit ist Ausdruck einer Ratlosigkeit. Am Islam kann es nicht liegen, die Verurteilung des Selbstmordattentates durch die für dieses Seminar kontaktierten Gelehrten ist zu eindeutig! </p>
<p><!--more--></p>
<h3>Ein neuer Kommunikationsansatz muss her!</h3>
<p>Offensichtlich erreichen die guten Argumente, die auf dem Quran und der Sunnah des Propheten beruhen, und die unzweideutig den Selbstmord als eine unislamische Handlung verurteilen einen Teil der afghanischen Bevölkerung nicht. Woran liegt das?<br />
Die Direktion für Moscheeangelegenheiten hat die Imame bereits mehrfach angewiesen die Problematik des Selbstmordattentates zum Inhalt ihrer Predigten zu machen und dieser Aufforderung hat man nicht nur Folge geleistet, manche Imame haben für Ihren Wagemut und Ihren Einsatz auch einen sehr hohen Preis zahlen müssen. </p>
<p>Der unabhängige Gelehrtenrat hat in einer Stellungnahme eine klare Distanz zwischen Terrorismus und dem Islam gezogen, die dem Präsidenten des Landes vorgelegt worden ist. Jedoch, das Engagement fruchtet nicht in dem Umfang, wie man es sich erhofft. Warum werden Bücher, verfasst von qualifizierten Islamologen, die den Verfassern terroristischer Schriften Punkt für Punkt widersprechen, nicht gedruckt? Die Antwort, dass dafür angeblich kein Geld vorhanden wäre, ist zu billig.</p>
<p>Gibt es vielleicht auch Kommunikationsschwierigkeiten zwischen der Kanzel und der Gemeinschaft oder liegt es auch an der zum Teil unkoordinierten Vorgehensweise?  Ein junger Gelehrter, der an der Hochschule für Islamologie doziert, verweist darauf, dass nicht selten der Prediger auf der Kanzel auf einer sprachlichen Ebene spricht, die das einfache Volk nicht versteht:</p>
<blockquote><p>Hier müssen wir ansetzen, wir, die das Glück der höheren Bildung erfahren haben. Wir müssen wieder lernen so zu sprechen, dass uns auch der Analphabet versteht. Die Moschee ist doch kein Hörsaal voller angehender Akademiker.</p></blockquote>
<p><!--more--></p>
<h3>Entwicklungspolitische Kollateralschäden!</h3>
<p>Afghanistan befindet sich im Jahr „6“ nach dem Sturz der Taliban. Unglaubliche Geldsummen sind in das Land geflossen, aber die Mehrheit der Bevölkerung sieht den Geldfluss nur an sich vorbei rauschen. Im Stadtzentrum von Kabul vegetieren seit vier Jahren ehemalige Flüchtlinge, die aus Pakistan nach Afghanistan zurückgekehrt sind, unter rissigen Zeltplanen dahin. In kleinen 1-Raum Lehmhütten drängen sich Flüchtlingsfamilien zu 10 Personen. Auf der Ausfallstrasse zum Staudamm von Kargha sieht man seit fuenf Jahren eine Ansammlung von verschmutzten Zelten, in denen Kinder unterrichtet werden. Wird es nicht langsam Zeit diesen Kindern ein festes Schuldach über den Kopf zu geben? Müssen Rückkehrerfamilien in ihrer Heimat tatsächlich unter Umständen leben, die schlimmer sind als die Lebensverhältnisse in einem pakistanischen Flüchtlingslager?</p>
<p>Die schleppend vorangehende Entwicklung des Landes ist auch ein Grund dafür, dass viele junge Menschen für sich keine Lebensperspektiven entwickeln. Die miserable Entwicklung der militärischen und Situation und der mangelnde Wiederaufbau im Süden und Südosten des Landes trägt ebenfalls dazu bei, dass die Extremisten im Lande stolz verkünden können, mehr als 3000 Selbstmordattentäter „ausgebildet“ zu haben. Im Süden des Landes wird aus der „Operation Enduring Freedom“ zunehmend ein „Operation Enduring Fiasko“. Das Strassenverkehrsnetz ist ausgebaut worden, in den großen Städten des Landes brummt das Geschaeftsleben, aber diese blühenden Rosen der strukturellen Entwicklung des Landes stehen im krassen Gegensatz zu den dornigen Verhältnissen in den den ländlichen Regionen Afghanistans. Dort nehmen die Menschen nicht wahr, dass sich etwas verändert in ihrem Land. Die immer wieder versprochene große grüne Revolution, die die Landbevölkerung erwartet, lässt auf sich warten. Investitionen in den Agrarsektor sind dürftig, auch dies ein Grund warum die Opiumproduktion Jahr um Jahr steigt, eine Mohnblume ist genügsam, aber ein Mensch braucht Perspektiven.</p>
<p><!--more--></p>
<h3>„Friendly Fire“</h3>
<p>Brutstätten für den menschenverachtenden Terrorismus entstehen auch durch Unachtsamkeit und unbedachtes Handeln.<br />
Die Vorbreitungen des Seminars werden von drei großen militärischen Fehlschlägen begleitet.</p>
<p>Im Südosten des Landes auf der Straße zwischen Jalalabad und der pakistanischen Grenze kommen bei einer Zwischenfall acht afghanische Zivilisten ums Leben, darunter zwei Frauen. Amerikanischen Soldaten, die auf der Straße Patrouille fuhren, verdächtigten die Getöten am Straßenrand, Bomben zu basteln. Beweise für diese Behauptung werden nicht vorgelegt.</p>
<p>In der Provinz Helmand werden bei einem amerikanischen Luftangriff über 20 Oppositionelle erschossen, am Boden zählt man aber nur unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder. </p>
<p>Im Westen des Landes, in der Nähe der Stadt Herat, kommen bei einem Angriff durch amerikanische Militärverbände auf die Stadt Shindand über 140 Menschen ums Leben. Unter den Toten befinden sich nach Aussage von Augenzeugen und afghanischen Sicherheitskräften, mindestens 60 Zivilisten, darunter Frauen und Kleinkinder. Der Rest der Opfer sollen Anhänger der Taliban gewesen sein. Ein Armeesprecher laesst verlauten:</p>
<blockquote><p>Es gibt keinen Grund dafür, von der Aussage abzurücken, dass bei den Kämpfen ausschliesslich Oppositionelle umgekommen sind!</p></blockquote>
<p>Sind 60 tote Zivilisten kein Grund für ein Umdenken???</p>
<p>Nach seiner Rückkehr aus dem Ausland bezieht endlich auch Präsident Karsei Stellung zu der steigenden Anzahl von Toten unter der Zivilbevölkerung und redet in einer Pressekonferenz Tacheles und bezeichnet den Zustand als „unerträglich und nicht mehr hinnehmbar“.</p>
<p>Dennoch, die Fehlschläge haben tagelange Demonstrationen gegen die Regierung und die ausländischen Truppenverbände zur Folge. Die hasserfüllten Rufe „ Tod für Karsei“ und „Tod für Amerika“ erschallen in den Straßen von Herat und Jalalabad.</p>
<p>Derartige Vorfälle machen es den Extremisten leicht, junge Menschen für ihre Reihen zu rekrutieren, auch Selbstmordattentäter! </p>
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<h3>Die Zeit rennt uns davon!</h3>
<p>Eine Gruppe von Extremisten wird sich immer jeglicher sachlichen Argumentation entziehen, sie sind verloren, daran gibt es keinen Zweifel. Doch die Gruppe derjenigen wächst, die Sympathie für den Extremismus empfinden, bedingt durch unüberlegte militärische Handlungen; auf diesen Umstand wird in den Diskussionen über das Selbstmordattentat immer wieder hingewiesen.<br />
Ein Seminar kann nur ein erster aber wichtiger Schritt sein, um der Problematik des Selbstmordattentates in einer akademischen, wissenschaftlichen, islamologischen und vor allem allgemeinverständlichen(!) Form zu begegnen. Die Antworten auf diese Problematik können aber nur dann von gesamtgesellschaftlichen Nutzen sein, wenn diejenigen, die an einer Befriedung und einer Entwicklung des Landes ein Interesse haben, an einem Strang, in die gleiche Richtung ziehen, statt sich gegenseitig die Arbeit schwer zu machen. </p>
<p>Der Schritt einer deutschen Stiftung, einen Dialog mit gebildeten und aufgeschlossenen Islamologen zu suchen, ist ein bedeutender Schritt, weil die Einbindung dieses wichtigen Personenkreises in die von aussen gesteuerten Demokratisierungsprozesse bisher vernachlässigt worden ist. Die Fortentwicklung der afghanischen Zivilgesellschaft kann nicht ohne diesen Personenkreis gelingen.</p>
<p>Die methodische Zusammenarbeit zwischen einer deutschen politischen Stiftung und afghanischen Islamologen ist angesichts der sich im Rahmen der Islamkonferenz in Deutschland entwickelnden Annäherung zwischen dem Staat und den Muslimen ein wichtiges aussenpolitisches Zeichen, dass signalisiert wie ernsthaft ein nicht-muslimisches Land um den Dialog mit der Muslimischen Welt bemüht ist. Die konzentrierte Auseinandersetzung mit den Gegnern einer Stabiliserung und Befriedung Afghanistans muss auch jenseits der militärischen Strategieplanungen stattfinden. Das Seminar setzt hier einen kleines Fundament, auf das weitere Aktivitäten aufbauen können.</p>
<p>Der Islamgelehrte Maulawi Khumaro, der sich engagiert im Seminar an der Diskussion über die „Kabuler Resolution gegen das Selbstmordattentat“ beteiligt, begründet sein Engagement wie folgt:</p>
<blockquote><p>Sehen Sie, ich bin ein alter Mann und ich habe viele meiner Weggefährten sterben gesehen, manche sind friedlich eingschlafen andere haben ihr Leben durch  sinnlose Gewalt verloren. Jetzt nähere ich mich meinem Lebensende und ich fühle mich wie der letzte Vogel in einem Garten, einem Garten, in dem es keine weiteren Vögel zu geben scheint. Die Rosenbeete sind vertrocknet, und der Baum auf dem ich sitze wird kaum gewässert. Solange ich aber noch in diesem Garten bin, werde ich meine Lied singen, und dieses Lied hat nur den Text: Die Wahrheit über den Islam zu verbreiten! Die Extremisten haben den Islam entführt und missbrauchen ihn, meine Aufgabe besteht darin, den Menschen den Weg der Mitte aufzuzeigen, den Weg des Islam. Erst wenn meine Zeit gekommen ist, werde ich verstummen, wer weiss, vielleicht wird man mich gewaltsam zum Schweigen bringen, denn schon mehrfach hat man mich bedroht,  aber davon darf ich mich nicht abschrecken lassen, mein Lied zu singen!</p></blockquote>
<p>Das Seminar über „Das Selbstmordattentat aus Islamologischer Sicht“, das in dem Zeitraum vom 07.-12 Mai 2007 in Kabul stattgefunden hat, kann vielleicht dazu beitragen, den Garten des Maulawi Khumaro auch nach seinem Abschied am Leben zu erhalten.</p>
<p>Dazu bedarf es der Erkenntnis, dass die Menschen in Afghanistan nicht allein gelassen werden dürfen. </p>
<p>Dazu bedarf es der Erkenntnis, dass die vergangenen fünf Jahre nicht optimal für die innere zivile Stabilisierung des Landes genutzt worden sind.</p>
<p>Dazu bedarf es der Erkenntnis, dass allen Afghanistanfreunden vielleicht nur noch das Jahr 2007 bleibt, um in Afghanistan den Kampf gegen den Extremismus zu gewinnen.</p>
<p>Dazu bedarf es schlussendlich auch der Einsicht, dass sich ein Konzept für die Stabilisierung, die Entwicklung und die Befriedung des Landes mindestens auf drei gleichberechtigten, wesentlichen Pfeilern beruhen muss: einem sicherheitspolitischen, einem entwicklungspolitischen und einem religiösen Pfeiler. Eine Vision für Afghanistan, die diese drei Pfeiler integriert, wird dem afghanischen Tisch genügend Stabilität verleihen, um ein Tischtuch darauf auszubreiten, so dass der Tisch Afghanistans gedeckt werden kann.</p>
<p>Doch dafür bleibt nicht mehr viel Zeit, denn es ist Fünf vor 12, und Fünf von 12 Monaten sind bereits vergangen!</p>
<p>M.Belal El-Mogaddedi<br />
Kabul, Mai 2007</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong></p>
<p>(Der Verfasser war im Monat April und Mai 2007 als Kurzzeitexperte für die Vertretung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kabul tätig und für die Gestaltung eines Seminars mit dem Titel „Selbstmordattentate- ein Verbrechen gegen den Islam und die Menschlichkeit ?“ verantwortlich. Der deutsche Text der „Kabuler Resolution“, die Selbstmordattentate als unislamisch ächtet ist auf Anfrage erhältlich.)</p>
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